Schnellzubereitung auf einen Blick
| ⏱️ Vorbereitungszeit: | 30-40 Minuten (Äpfel schälen und vorkochen) |
| 🔥 Einkochzeit (Garzeit im Glas): | 30 Minuten |
| 🌡️ Temperatur: | 90°C (im Einkochautomat/Wasserbad) |
| 📊 Schwierigkeitsgrad: | Mittel |
Die wichtigsten Schritte:
- Vorbereitung (40 Min.): Einmachgläser und Deckel sorgfältig sterilisieren. Äpfel schälen, entkernen, würfeln und in einem Topf mit etwas Wasser, Zucker und Zitronensaft zu einem weichen Kompott vorkochen.
- Hauptzubereitung (30 Min.): Das heiße Kompott zügig in die vorbereiteten Gläser füllen, dabei einen Rand von etwa zwei Zentimetern frei lassen. Gläser verschließen und bei exakt 90°C Wassertemperatur für 30 Minuten im Wasserbad einkochen.
- Finishing (24 Std.): Die Gläser aus dem Wasserbad heben, auf ein hitzebeständiges Tuch stellen und ohne Zugluft vollständig abkühlen lassen. Danach das Vakuum kontrollieren.
Die 3 wichtigsten Erfolgsfaktoren:
- ✅ Temperaturkontrolle: Die Einkochzeit beginnt erst, wenn das Wasser im Topf die Zieltemperatur von 90°C erreicht hat, nicht beim Einsetzen der Gläser.
- ✅ Sauberkeit: Absolute Hygiene bei Gläsern, Gummiringen und Deckeln ist entscheidend, um Schimmelbildung und Gärung während der Lagerung zu verhindern.
- ✅ Füllhöhe: Der Abstand zwischen Kompott und Deckel muss eingehalten werden, damit die Masse beim Erhitzen nicht überkocht und die Dichtung verunreinigt.
Das Einkochen von Apfelkompott ist eine bewährte Methode, um die herbstliche Ernte für viele Monate oder sogar Jahre haltbar zu machen. Im Gegensatz zum einfachen Kochen von Kompott für den direkten Verzehr, erfordert das Haltbarmachen im Glas präzise Temperaturen und festgelegte Zeiten. Nur durch die korrekte Anwendung von Hitze werden Mikroorganismen abgetötet und gleichzeitig ein starkes Vakuum im Glas erzeugt, welches das Eindringen neuer Keime und Sauerstoff verhindert. Wenn man die physikalischen und biologischen Grundregeln des Einkochens versteht, lässt sich Fruchtkompott sicher und mit hervorragendem Geschmack über lange Zeit lagern.
Die Frage nach der genauen Dauer und Temperatur ist dabei der kritischste Punkt im gesamten Prozess. Ein zu kurzes Einkochen bei zu niedriger Temperatur führt unweigerlich zum Verderb durch Gärung oder Schimmelbildung. Ein zu langes Einkochen hingegen zerkoche die Struktur der Früchte weiter und kann zu einem unnötigen Verlust von Vitaminen sowie zu Verfärbungen führen. Die Standardregel für vorgekochtes Apfelkompott lautet in der Regel 30 Minuten bei 90 Grad Celsius. Jedoch gibt es verschiedene Methoden, von der Nutzung eines speziellen Einkochautomaten über den klassischen Kochtopf bis hin zum Backofen, die jeweils leichte Anpassungen in der Vorgehensweise erfordern.
Um ein sicheres und geschmacklich überzeugendes Ergebnis zu erzielen, greifen verschiedene Arbeitsschritte nahtlos ineinander. Die Vorbereitung der Früchte und Gläser legt den Grundstein, während der eigentliche Einkochvorgang die Konservierung übernimmt. Die anschließende Abkühlphase und die richtige Lagerung sichern schließlich die Langzeithaltbarkeit. Jeder dieser Schritte erfordert Aufmerksamkeit für Details, die in der Praxis oft den Unterschied zwischen einem haltbaren Vorrat und verdorbenen Lebensmitteln ausmachen.
Das Wichtigste auf einen Blick
- Kerndaten: Vorgekochtes Apfelkompott benötigt im Wasserbad konstant 90°C für eine Dauer von exakt 30 Minuten, um sicher haltbar zu sein.
- Temperaturausgleich: Die Wassertemperatur beim Einsetzen der Gläser muss der Temperatur des Glasinhalts entsprechen, um Glasbruch durch thermischen Schock zu vermeiden.
- Hygiene-Priorität: Gläser, Deckel und Arbeitsutensilien müssen vor dem Befüllen zwingend sterilisiert werden, da bereits geringste Verunreinigungen den Verderb auslösen können.
- Vakuum-Prüfung: Die Haltbarkeit wird erst durch die Kontrolle des Vakuums nach dem vollständigen Auskühlen (mindestens 24 Stunden) bestätigt.
Vorbereitung: Gläser sterilisieren und Äpfel verarbeiten
Die Vorbereitung ist beim Einkochen von Apfelkompott der arbeitsintensivste, aber auch der wichtigste Schritt für die spätere Lebensmittelsicherheit. Bevor das Obst überhaupt verarbeitet wird, muss die absolute Keimfreiheit der verwendeten Behältnisse sichergestellt werden. In der häuslichen Praxis werden dazu meist Twist-off-Gläser (Gläser mit Schraubdeckel) oder traditionelle Einweckgläser mit Gummiring und Klammern verwendet. Beide Systeme funktionieren tadellos, sofern sie unbeschädigt sind. Vor der Verwendung muss man die Gläser auf Haarrisse, Absplitterungen am Rand und intakte Deckel prüfen. Rostige Schraubdeckel oder poröse Gummiringe müssen rigoros aussortiert werden, da sie kein zuverlässiges Vakuum aufbauen können.
Das Sterilisieren der Gläser kann auf unterschiedliche Weise erfolgen. Eine weit verbreitete Methode ist das Auskochen in einem großen Topf. Die Gläser und Deckel werden für etwa zehn Minuten in sprudelnd kochendem Wasser belassen. Alternativ lassen sich saubere Gläser auch im Backofen bei 120°C bis 130°C für 15 Minuten sterilisieren. Gummiringe und lackierte Schraubdeckel sollten jedoch nicht in den Backofen gegeben werden, da die trockene Hitze das Material beschädigen kann; sie werden separat in Wasser mit einem Schuss Essig ausgekocht. Nach dem Sterilisieren stellt man die Gläser am besten umgedreht auf ein sauberes, frisch gebügeltes Küchentuch, bis sie befüllt werden.
Achtung
Verwenden Sie niemals handelsübliche Spülmittel, um Einmachgläser unmittelbar vor dem Befüllen auszuwischen. Rückstände von Tensiden können die Oberflächenspannung verändern und das Bilden eines Vakuums stören. Sterilisieren Sie ausschließlich mit klarem Wasser und Hitze.
Die Auswahl und Verarbeitung der Äpfel bestimmt die Konsistenz und den Geschmack des fertigen Kompotts. Generell eignen sich säuerliche Apfelsorten besonders gut zum Einkochen, da sie beim Erhitzen leicht zerfallen und eine angenehme Balance zur Zugabe von Zucker bilden. Für die Zubereitung des Kompotts werden die Äpfel gewaschen, geschält, vom Kerngehäuse befreit und in Stücke geschnitten. Um eine vorzeitige Braunfärbung durch Oxidation an der Luft zu vermeiden, legt man die geschnittenen Apfelstücke sofort in eine Schüssel mit kaltem Wasser, dem etwas Zitronensaft oder Ascorbinsäure (Vitamin C) beigemischt ist.
Das Kompott muss vor dem eigentlichen Einkochen im Glas zubereitet, also vorgekocht werden. Man kocht die Apfelstücke mit wenig Wasser, Zucker nach Geschmack, Zitronensaft sowie Gewürzen wie Zimtstangen, Nelken oder Sternanis auf, bis die gewünschte Konsistenz erreicht ist. Dieser Schritt ist wichtig, da rohe Äpfel sehr viel Luft enthalten. Durch das Vorkochen entweicht diese Luft, das Volumen der Fruchtmasse verringert sich, und man kann die Gläser effizienter befüllen. Zudem wird das Kompott heiß in die Gläser gefüllt, was den späteren Einkochprozess energetisch unterstützt.
Gut zu wissen
Der Zucker beim Einkochen von Äpfeln dient nicht nur der Süßung, sondern unterstützt auch den Konservierungsprozess, indem er einen Teil des freien Wassers bindet. Man kann Apfelkompott auch völlig ohne Zucker einkochen, da die fruchteigene Säure in Kombination mit der Hitze für die Haltbarkeit in der Regel ausreicht. Die Farbe kann ohne Zucker jedoch etwas schneller verblassen.
| Apfelsorte | Eigenschaft beim Einkochen | Eignung für Kompott |
|---|---|---|
| Boskoop | Zerfällt sehr schnell, stark säuerlich | Hervorragend für klassisches, feines Kompott |
| Elstar | Behält leicht Struktur, süß-säuerlich | Sehr gut für stückiges Kompott |
| Jonagold | Bleibt eher fest, mild und süß | Gut, benötigt oft etwas mehr Zitronensäure |
| Braeburn | Sehr festfleischig, knackig | Weniger geeignet, da er kaum zerkochen will |
Der Einkochvorgang: Methoden und exakte Dauer
Der eigentliche Einkochvorgang ist ein physikalischer Prozess, der auf dem Prinzip der Pasteurisierung und des Vakuums beruht. Wenn die gefüllten und verschlossenen Gläser erhitzt werden, dehnt sich der Inhalt (das Kompott und die verbliebene Restluft im Glas) aus. Bei Einweckgläsern entweicht diese ausgedehnte Luft als Überdruck zwischen Glasrand und Gummiring nach außen, was oft als leises Zischen im Wasserbad wahrnehmbar ist. Auch bei Twist-off-Deckeln kann Überdruck entweichen, da die Deckel so konstruiert sind, dass sie von innen nach außen nachgeben. Nach Ablauf der Einkochzeit und beim anschließenden Abkühlen zieht sich der Inhalt wieder zusammen. Da keine neue Luft von außen eindringen kann, entsteht ein starker Unterdruck (Vakuum), der den Deckel dauerhaft und luftdicht auf das Glas presst.
Die klassische und zuverlässigste Methode ist das Einkochen im Wasserbad, entweder in einem speziellen elektrischen Einkochautomaten oder in einem großen Topf auf dem Herd. Für Apfelkompott gilt die Regel: Das Kompott wird bei 90°C für 30 Minuten eingekocht. Eine essenzielle Grundregel lautet dabei, dass die Temperatur des Wassers im Einkochtopf beim Einsetzen der Gläser ungefähr der Temperatur des Glasinhalts entsprechen muss. Füllt man das Kompott kochend heiß in die Gläser, muss auch das Wasser im Topf bereits heiß sein (etwa 70-80°C). Würde man die heißen Gläser in kaltes Wasser stellen oder kalte Gläser in kochendes Wasser, riskierte man, dass das Glas durch den Temperaturschock springt.
Profi-Tipp
Die angegebene Einkochzeit von 30 Minuten beginnt niemals in dem Moment, in dem Sie die Gläser in das Wasser stellen. Die Zeitmessung startet erst dann exakt, wenn das Wasser im Topf oder Automat die Zieltemperatur von 90°C durchgehend erreicht hat. Verwenden Sie beim Einkochen im Topf zwingend ein Thermometer zur Kontrolle.
Die Gläser müssen im Wasserbad richtig positioniert sein. Sie sollten nicht direkt auf dem heißen Topfboden stehen, da die direkte Hitzequelle das Glas platzen lassen könnte. Es wird ein Einlegerost oder ein gefaltetes Küchentuch auf den Boden gelegt. Die Gläser sollten sich gegenseitig nicht berühren und müssen zu mindestens drei Vierteln im Wasser stehen; besser noch ist es, wenn sie komplett mit Wasser bedeckt sind, was bei Einweckgläsern problemlos möglich ist. Bei Twist-off-Gläsern scheiden sich oft die Geister, ob sie komplett unter Wasser stehen dürfen. Technisch gesehen ist es unbedenklich, solange der Deckel einwandfrei intakt ist.
Neben dem Wasserbad kann Apfelkompott auch im Backofen eingekocht werden. Diese Methode wird von einigen bevorzugt, da sie keinen großen Topf erfordert, ist aber in der Temperaturkontrolle etwas ungenauer. Hierfür wird die tiefe Fettpfanne des Backofens etwa zwei Zentimeter hoch mit heißem Wasser gefüllt. Die befüllten Gläser werden so hineingestellt, dass sie einander nicht berühren. Der Ofen wird auf 175°C (Unter-/Oberhitze) eingestellt. Sobald in den Gläsern Bläschen aufsteigen – was das Erreichen der Siedetemperatur im Inneren anzeigt – schaltet man den Ofen aus. Die Gläser bleiben dann in der geschlossenen Röhre bei der abnehmenden Restwärme für weitere 30 Minuten stehen, um den Einkochvorgang abzuschließen. Die Backofen-Methode erfordert Beobachtungsgabe, da das Perlen der Bläschen der einzige Indikator für das Starten der Zeitzählung ist.
| Einkoch-Methode | Dauer | Temperatur | Besonderheit |
|---|---|---|---|
| Einkochautomat | 30 Min. | 90°C | Sehr präzise Temperatursteuerung durch Thermostat |
| Kochtopf (Wasserbad) | 30 Min. | 90°C | Erfordert Einkochthermometer und ständige Kontrolle |
| Backofen | ca. 30 Min. (Nachwärme) | 175°C bis Perlen, dann 0°C | Kein direktes Messen der Innentemperatur möglich, erfordert Sichtkontrolle |
Haltbarkeit und Lagerung: Worauf es nach dem Einkochen ankommt
Der Einkochprozess ist mit dem Abschalten der Hitzequelle noch nicht vollständig beendet. Die Abkühlphase ist ebenso entscheidend für die Qualität und Haltbarkeit des Apfelkompotts. Nach Ablauf der Einkochzeit müssen die Gläser zeitnah aus dem Wasserbad gehoben werden. Belässt man sie im langsam abkühlenden Wasser, verlängert sich der Garprozess ungewollt. Das Kompott kann dadurch zu weich werden, Farbe verlieren und im schlimmsten Fall kann sich das Vakuum nicht richtig aufbauen. Zum Herausheben nutzt man am besten eine spezielle Glaszange, um Verbrennungen zu vermeiden.
Die heißen Gläser werden auf eine isolierende Unterlage, wie ein Holzbrett oder ein dickes Handtuch, gestellt. Kalte Küchenarbeitsplatten aus Stein oder Edelstahl könnten wiederum einen thermischen Schock verursachen. Wichtig ist in dieser Phase, dass die Gläser ruhen. Ein häufiger Irrtum, der sich hartnäckig hält, ist das Umdrehen der Gläser (auf den Kopf stellen) nach dem Einkochen. Während dies bei heiß eingefüllter Marmelade (ohne Wasserbad) manchmal zur Keimabtötung am Deckel praktiziert wird, ist es beim echten Einkochen völlig überflüssig und sogar schädlich. Durch die Hitze im Wasserbad ist der Deckel bereits keimfrei. Das Umdrehen kann dazu führen, dass Fruchtmasse zwischen das Glas und die Dichtung gedrückt wird, was das Entstehen des Vakuums aktiv verhindert. Die Gläser müssen aufrecht, ohne Zugluft und ungestört für 24 Stunden abkühlen.
Achtung
Zugluft während der Abkühlphase kann zu Spannungen im Glas führen und dieses noch Stunden nach dem Entnehmen aus dem Wasserbad platzen lassen. Decken Sie die Gläser gegebenenfalls mit einem weiteren leichten Küchentuch ab, während sie bei Raumtemperatur auskühlen.
Nach dem vollständigen Abkühlen erfolgt die entscheidende Kontrolle des Vakuums. Bei Einweckgläsern werden die Metallklammern entfernt. Anschließend hebt man das Glas vorsichtig nur am Deckel an. Hält der Deckel das Eigengewicht des Glases sicher, hat sich ein starkes Vakuum gebildet. Fällt das Glas ab oder liegt der Deckel nur lose auf, war der Einkochvorgang fehlerhaft. Bei Twist-off-Gläsern nutzt man die optische und akustische Kontrolle: Die Deckelmitte muss deutlich nach innen gewölbt sein. Drückt man mit dem Finger auf die Deckelmitte, darf sie nicht nachgeben oder ein „Knack“-Geräusch machen. Gibt sie nach, hat das Glas nicht dicht geschlossen.
Für die anschließende Lagerung des eingekochten Apfelkompotts sucht man einen optimalen Platz. Ideal ist ein kühler, trockener und dunkler Ort. Vorratskeller mit einer Temperatur zwischen 10°C und 15°C sind perfekt geeignet. Dunkelheit ist ein entscheidender Faktor, da direkte Sonneneinstrahlung und UV-Licht im Laufe der Zeit nicht nur die Farbe des Kompotts ausbleichen lassen, sondern auch empfindliche Vitamine zerstören können. Ist kein dunkler Keller vorhanden, sollte das Kompott in geschlossenen Schränken oder Vorratsboxen gelagert werden. Unter optimalen Bedingungen ist richtig eingekochtes Apfelkompott problemlos 12 bis 24 Monate haltbar, in vielen Fällen auch deutlich länger.
Gut zu wissen
Es ist ratsam, jedes Glas vor der Einlagerung mit einem Etikett zu versehen, auf dem Inhalt und Einkochdatum vermerkt sind. Dies erleichtert die Übersicht bei der Lagerhaltung und stellt sicher, dass ältere Vorräte zuerst verbraucht werden (First-in-First-out-Prinzip).
Häufige Fehler beim Einkochen vermeiden
Trotz genauer Einhaltung von Rezepten und Anleitungen kann beim Einkochen von Apfelkompott gelegentlich etwas schiefgehen. Ein Verständnis für die häufigsten Fehlerquellen hilft, Enttäuschungen und Lebensmittelverschwendung zu vermeiden. Einer der am häufigsten auftretenden Mängel ist, dass das Glas kein Vakuum zieht. Die Ursachen hierfür sind meist mechanischer Natur. Verunreinigte Glasränder, auf denen sich kleinste Reste von Fruchtpüree oder Zucker befinden, verhindern, dass der Gummiring oder die Deckeldichtung plan aufliegen kann. Ebenso können unsichtbare Mikrorisse am Glasrand oder poröse, überalterte Gummiringe die Übeltäter sein. Um dies zu vermeiden, sollte man beim Einfüllen konsequent einen Einfülltrichter verwenden und den Glasrand vor dem Verschließen akribisch mit einem sauberen, fusselfreien Tuch abwischen.
Ein weiteres Phänomen ist das Aufsteigen des Kompotts während des Einkochvorgangs, verbunden mit dem Auslaufen von Flüssigkeit in das Wasserbad. Dies geschieht vor allem dann, wenn die Gläser zu voll gemacht wurden. Äpfel dehnen sich bei Hitze aus. Wenn kein ausreichender „Kopfraum“ (der leere Raum zwischen Füllgut und Deckel) gelassen wird, drückt die ausdehnende Masse gegen den Deckel und sprengt das entstehende Vakuum auf. Ein Freiraum von mindestens zwei Zentimetern bis zum Glasrand ist bei Apfelkompott Pflicht. Ein Überkochen kann auch durch zu starke Temperaturschwankungen während des Einkochens ausgelöst werden, wenn das Wasser beispielsweise zwischendurch zu stark sprudelt.
Profi-Tipp
Sollte ein Glas nach dem Auskühlen kein Vakuum gebildet haben, ist das Kompott nicht sofort verdorben. Sie haben zwei Möglichkeiten: Entweder Sie stellen das Glas in den Kühlschrank und verzehren den Inhalt innerhalb der nächsten Tage, oder Sie kontrollieren den Glasrand, nehmen einen neuen Deckel und kochen das Glas sofort noch einmal komplett für 30 Minuten bei 90°C ein.
Verfärbungen des Kompotts nach einiger Zeit der Lagerung im oberen Bereich des Glases sind in der Regel ein optischer Mangel, weisen aber auf einen bestimmten Fehler hin. Wenn das Kompott an der Oberfläche braun oder gräulich wird, ist dies ein Zeichen für Oxidation. Das passiert, wenn sich zu viel Luft im Glas befindet (zu großer Kopfraum) oder die Äpfel vor dem Einkochen nicht ausreichend durcherhitzt wurden, um die fruchteigenen Enzyme zu deaktivieren. Die Zugabe von ausreichend Säure (Zitronensaft) beim Vorkochen wirkt hier als natürliches Antioxidans. Solange das Vakuum intakt ist und sich kein Schimmel gebildet hat, ist eine leichte oberflächliche Braunfärbung gesundheitlich unbedenklich.
Der gefährlichste Fehler ist jedoch eine unsichtbare Gärung im Glas. Wenn sich Bläschen im Glas bilden, die Flüssigkeit trüb wird oder der Deckel sich nach Wochen plötzlich nach außen wölbt, haben Mikroorganismen überlebt und begonnen, den Zucker zu Alkohol und Gas zu verstoffwechseln. Die Ursachen hierfür liegen in fast allen Fällen in einer unzureichenden Temperaturführung. Entweder wurde die Einkochzeit von 30 Minuten unterschritten, oder die Wassertemperatur lag während des Einkochens signifikant unter den geforderten 90°C. Ein solches gärendes oder schimmelndes Kompott muss zwingend und vollständig entsorgt werden; es darf keinesfalls mehr verzehrt werden, da sich gesundheitsschädliche Toxine gebildet haben können.
Häufig gestellte Fragen
Wie lange muss vorgekochtes Apfelkompott einkochen?
Bereits im Topf weich gekochtes Apfelkompott muss im Wasserbad bei einer konstanten Temperatur von 90 Grad Celsius für genau 30 Minuten eingekocht werden. Die Zeitmessung darf erst beginnen, wenn das Thermometer im Wasser diese 90 Grad anzeigt, nicht schon beim Einsetzen der Gläser. Diese Zeit und Temperatur reicht aus, um das fruchteigene Pektin zu erhalten und gleichzeitig alle relevanten Verderbniserreger in der säurehaltigen Masse abzutöten.
Kann man rohe Äpfel direkt einkochen, ohne sie vorher zu Kompott zu kochen?
Ja, das Einwecken von rohen Apfelspalten ist möglich, erfordert aber andere Zeiten. Rohe Äpfel müssen bei 90 Grad Celsius für etwa 30 bis 40 Minuten eingekocht werden, wobei sie vorher mit einer Zuckerlösung übergossen werden. Das Ergebnis ist jedoch kein weiches Kompott, sondern stückiges Apfeldessert in Flüssigkeit. Da rohe Äpfel viel Luft enthalten, schrumpfen sie im Glas stark zusammen, wodurch viel leerer Raum im Glas entsteht.
Warum schwimmt das Apfelkompott nach dem Einkochen im Glas oben?
Dieses Phänomen tritt auf, wenn die Fruchtmasse leichter ist als die umgebende Flüssigkeit, meist bedingt durch im Gewebe eingeschlossene Luft. Es geschieht oft, wenn die Äpfel vor dem Abfüllen nicht lange genug gekocht wurden, um die Zellstruktur vollständig aufzubrechen und die Luft entweichen zu lassen. Ein weiterer Grund kann ein zu hoher Zuckeranteil im Sirup sein, der die Dichte der Flüssigkeit erhöht. Dies ist ein rein optisches Problem und beeinträchtigt die Haltbarkeit bei intaktem Vakuum nicht.
Soll man die Einmachgläser nach dem Einkochen auf den Kopf stellen?
Das Umdrehen der Gläser wird nach dem Einkochen im Wasserbad oder Einkochautomat ausdrücklich nicht empfohlen. Das Vakuum bildet sich durch das Abkühlen der Masse und das Zusammenziehen der Restluft, unabhängig von der Position des Glases. Stellt man die Gläser auf den Kopf, riskieren Sie, dass heißes Kompott zwischen den Glasrand und die Dichtung gedrückt wird. Dies kann das Entstehen eines sicheren Vakuums verhindern und zum Verderb der Lebensmittel führen.
Fazit
Die erfolgreiche Konservierung von Apfelkompott beruht auf einem verlässlichen Zusammenspiel aus strikter Hygiene, genauen Temperaturen und der Einhaltung erprobter Zeiten. Wenn das vorkochte Kompott bei 90°C für exakt 30 Minuten eingekocht wird, ist eine sichere Abtötung von Keimen und die Bildung eines stabilen Vakuums gewährleistet. Die Wahl der Methode – ob im Einkochautomaten, im Wasserbad auf dem Herd oder im Backofen – spielt eine untergeordnete Rolle, solange die Hitzeeinwirkung auf das Glasinnere konstant und ausreichend lang stattfindet. Sauber sterilisierte Gläser und intakte Dichtungen bilden dabei die unabdingbare Grundlage für den Erfolg.
Nach Abschluss des physikalischen Einkochvorgangs ist das ruhige Auskühlen und die anschließende Überprüfung des Vakuums unerlässlich, um später keine unangenehmen Überraschungen zu erleben. Wird das Apfelkompott danach kühl, dunkel und trocken gelagert, bleibt es ein haltbarer und schmackhafter Vorrat, der das ganze Jahr über zur Verfügung steht. Durch das Vermeiden der häufigsten Fehlerquellen, wie Überfüllung der Gläser oder das unnötige Umdrehen nach dem Erhitzen, lässt sich der Ausschuss auf ein Minimum reduzieren. Mit diesem Wissen ausgestattet, ist die eigene Vorratshaltung eine bereichernde und gut planbare Aufgabe.




