Direkt beim Restaurant bestellen oder über ein Portal: Bestellwege im Vergleich

Mario Wormuth
Erstellt von: Mario Wormuth
39 Minuten Lesezeit
Ob Lieferportal, eigener Bestellshop oder Abholung: Auf dem Tisch sieht das Essen gleich aus, der Weg dorthin kostet unterschiedlich viel. KI-generiertes Symbolbild.

Pizza, Pasta oder Sushi kommen auf beiden Wegen auf deinen Tisch. Beim Geld gibt es einen großen Unterschied. Bestellst du über ein Lieferportal, behält die Plattform je nach Liefermodell 14 bis 30 Prozent des Bestellwerts ein, und du zahlst oft noch eine Servicegebühr obendrauf. Bestellst du direkt, landet fast der ganze Betrag beim Restaurant. Das geht auch bequem online: Viele inhabergeführte Pizzerien, Trattorien und Imbisse haben inzwischen einen eigenen Bestellshop. Du kannst dann zum Beispiel beim Restaurant direkt bestellen über GastroSprint, ohne App-Installation und ohne Provision für das Restaurant. In diesem Ratgeber vergleichen wir die Bestellwege mit aktuellen Gebühren, einem Rechner und einer eigenen Preis-Stichprobe aus Hamburg.

Das Wichtigste auf einen Blick

  • Direkt ist für dein Stammrestaurant der beste Weg. Es fallen keine Plattform-Servicegebühren an, und vom Bestellwert bleibt beim Restaurant deutlich mehr.
  • Portale berechnen Restaurants 14 bis 30 Prozent. Uber Eats nennt für Deutschland 30 Prozent, wenn ein Uber-Kurier liefert, und 14 Prozent, wenn das Restaurant selbst liefert oder du abholst (Preisseite, abgerufen am 07.10.2026).
  • Der Speisenpreis ist nicht alles. Servicegebühr, Liefergebühr und Mindestbestellwert machen den Unterschied im Warenkorb. Bei Lieferando entfällt die Servicegebühr nur für Abholer.
  • Portale bleiben zum Entdecken praktisch. Neue Restaurants findest du dort schnell. Bei der nächsten Bestellung lohnt sich dann der direkte Weg.
30 %Gebühr bei Uber Eats, wenn ein Uber-Kurier liefertUber Eats Preisseite DE, 07.10.2026
14 %bei Selbst­zustellung oder Abholung über Uber EatsUber Eats Preisseite DE, 07.10.2026
5,8 %teurer waren 27 Gerichte bei Wolt als direkt beim RestaurantEigene Stichprobe, 9 Restaurants in Hamburg, 07.10.2026
39 %der Wiener Restaurants mit Website nehmen dort Bestellungen anBWB Branchen­untersuchung, 2026
Rigatoni in der Takeaway-Box, Pizza im Karton und ein Smartphone mit Bestellbestätigung auf einem Esstisch am Abend
Ob Lieferportal, eigener Bestellshop oder Abholung: Auf dem Tisch sieht das Essen gleich aus, der Weg dorthin kostet unterschiedlich viel. KI-generiertes Symbolbild.

Die Bestellwege im Ranking

Wir haben fünf typische Wege verglichen, auf denen dein Essen vom Restaurant zu dir kommt. Bewertet haben wir drei Punkte: was du insgesamt zahlst, wie viel vom Bestellwert beim Restaurant ankommt und wie bequem der Weg im Alltag ist. Grundlage sind die veröffentlichten Gebühren der Plattformen und die Angaben in den Quellen unten.

  1. 1Direkt bestellen und abholenam günstigsten, alles bleibt im Restaurant
  2. 2Im Online-Bestellshop des Restaurantsso bequem wie ein Portal, ohne Provision
  3. 3Per Telefon beim Restaurantohne Provision, aber fehleranfälliger
  4. 4Über ein Portal, das Restaurant liefertrund 14 % Provision plus Servicegebühr
  5. 5Über ein Portal mit Kurierrund 30 % Provision, dafür Kurier und Tracking

1 Direkt bestellen und abholen

Du bestellst im Bestellshop des Restaurants oder per Telefon und holst das Essen selbst ab. Es fallen weder Liefer- noch Servicegebühren an, und das Restaurant zahlt keine Provision. Manche Restaurants geben Abholern zusätzlich Rabatt.

Gut für: kurze Wege, Feierabend, größere Familienbestellungen.

2 Online-Bestellshop des Restaurants

Speisekarte, Extras, Bezahlung und Lieferadresse wie im Portal, nur unter der Marke des Restaurants. Bei einem Festpreismodell wie GastroSprint zahlt das Restaurant eine monatliche Gebühr statt eines Anteils an jeder Bestellung. Für dich gibt es keine Plattform-Servicegebühr.

Gut für: Stammrestaurants, Lieferung nach Hause, Bestellungen ohne Missverständnisse.

3 Per Telefon

Der Klassiker kostet keine Provision. Dafür musst du die Karte vorher finden, Extras am Telefon erklären und im Stoßgeschäft manchmal warten. Hörfehler bei Adresse oder Bestellung passieren leichter als bei einer schriftlichen Bestellung.

Gut für: Rückfragen, Allergien, Sonderwünsche.

4 Portal, das Restaurant liefert selbst

Du bestellst in der App, das Restaurant schickt eigene Fahrer. Die Plattform vermittelt nur, berechnet aber eine Provision. Bei Uber Eats sind das laut Preisseite 14 Prozent. Für dich kommen Servicegebühr und die vom Restaurant festgelegte Liefergebühr dazu.

Gut für: neue Restaurants testen, Bewertungen lesen.

5 Portal mit eigenem Kurier

Die Plattform übernimmt die Lieferung. Das ist praktisch für Restaurants ohne eigene Fahrer, aber für das Restaurant der teuerste Weg: Uber Eats nennt 30 Prozent, für Lieferando wurden in Berichten ebenfalls 30 Prozent genannt.

Gut für: Restaurants, die selbst nicht ausliefern, Live-Tracking.

Was mit deinen 30 Euro passiert

Eine Pizza, ein Pastagericht und ein Dessert für zusammen 30 Euro: Auf dem Kassenbon sieht das bei jedem Weg ähnlich aus. Beim Restaurant kommt aber unterschiedlich viel an. Die Grafik zeigt die Provisionssätze aus der Uber-Eats-Preisseite für Deutschland. Lieferando veröffentlicht seine Sätze nicht; berichtete Werte liegen in derselben Größenordnung (siehe Quellen).

So viel bleibt von 30 € Bestellwert beim Restaurant
Portal mit Kurier (30 %) 21,00 €9,00 €
Portal, Restaurant liefert (14 %) 25,80 €4,20 €
Direkt (0 % Provision) 30,00 €
bleibt beim RestaurantProvision an die Plattform
Eigene Berechnung mit den Provisionssätzen der Uber-Eats-Preisseite für Deutschland, Stand 07.10.2026. Bei Online-Zahlung kommen in allen Fällen noch Gebühren des Zahlungsanbieters dazu.

Für das Restaurant sind 9 Euro pro Bestellung viel Geld. Die Umsatzsteuer auf Speisen liegt seit dem 1. Januar 2026 zwar wieder bei 7 Prozent, doch Personal, Miete und Wareneinsatz bleiben hoch. Jede Bestellung, die direkt eingeht, verbessert deshalb spürbar die Rechnung deines Lieblingsrestaurants.

Rechner: Was bleibt beim Restaurant, was sparst du?

Trag deine typische Bestellung ein. Die Startwerte sind ein Beispiel. Die Gebühren aus deinem letzten Portal-Warenkorb ersetzen die Modellwerte am besten.

Über das Portal

Du zahlst 33,99 €

Beim Restaurant bleiben 21,00 €

Direkt beim Restaurant

Du zahlst 32,00 €

Beim Restaurant bleiben 29,55 €

Pro Bestellung bleiben 8,55 € mehr beim Restaurant, und du sparst 1,99 €. Bei 2 Bestellungen im Monat sind das im Jahr 205,20 € für das Restaurant und 47,76 € für dich.

So rechnet das Werkzeug: Provision = Bestellwert × Provisionssatz. Zahlungsgebühr = Bestellwert × Prozentsatz. Deine Ersparnis ist die Differenz der Gebühren, die du in beiden Fällen zusätzlich zum Speisenpreis zahlst. Die Gebühren für Gäste sind Modellwerte: Die Liefergebühr legt jedes Restaurant selbst fest, Servicegebühren hängen von Plattform und Bestellwert ab. Gebühren für Online-Zahlung, Werbung im Portal oder das Bestellsystem rechnet das Werkzeug nicht ein; bei Barzahlung entfällt die Zahlungsgebühr. Alle Eingaben bleiben in deinem Browser.

Ist Essen im Portal teurer als direkt?

Kurz gesagt: Bei Lieferando sollen die Speisenpreise gleich sein. Teurer wird die Portal-Bestellung dann vor allem durch die Gebühren. Lieferando wirbt auf der Startseite mit einer Preisgarantie: Ob im Restaurant oder zu Hause, du zahlst denselben Preis. Dazu passt eine Bestpreisklausel, die 2023 in den Bedingungen für Restaurants stand: Die Preise auf Lieferando mussten den Preisen in den eigenen Online-Kanälen des Restaurants entsprechen. Das Bundeskartellamt hat die Klausel 2023 geprüft und das Verfahren aus Ermessensgründen eingestellt, ohne über die Zulässigkeit zu entscheiden. Stellst du trotzdem einen Preisunterschied fest, sagt die Lieferando-Hilfe eine Entschädigung gegen Nachweis zu.

Für dich heißt das: Auch bei gleichem Speisenpreis sparst du direkt die Servicegebühr. Lieferando hat sie laut Händlerbund im April 2025 neu geregelt: 2,5 Prozent des Bestellwerts, höchstens 0,99 Euro, wenn das Restaurant liefert, und 5 Prozent, höchstens 1,49 Euro, wenn ein Lieferando-Fahrer kommt. Nutzer berichteten Ende 2025 von weiteren Anpassungen. Holst du ab, entfällt sie laut Lieferando-Hilfe ganz. Dazu kommt die Liefergebühr, die das Restaurant festlegt.

Bei anderen Plattformen ist das ausdrücklich nicht garantiert. Uber schreibt in seiner Hilfe, dass Preise in der Uber-Eats-App von den Preisen im Restaurant abweichen können. Wie groß die Unterschiede werden können, zeigt ein Test der britischen Verbraucherorganisation Which? von 2021: Bestellungen über Apps kosteten dort deutlich mehr als direkt beim Restaurant, auch wenn man die Liefergebühren herausrechnet. In Dänemark hat die Wettbewerbsbehörde im August 2026 entschieden, dass Wolt seine marktbeherrschende Stellung missbraucht hat, unter anderem weil Restaurants auf ihren eigenen Kanälen nicht günstiger sein durften als auf Wolt.

Unsere Stichprobe: Wolt-Preise gegen die eigene Karte

Bei Wolt legen Restaurants ihre Preise selbst fest, eine Preisgarantie wie bei Lieferando bewirbt Wolt nicht. Wir wollten wissen, ob Restaurants dort mehr verlangen als auf ihrer eigenen Karte. Dazu haben wir am 7. Oktober 2026 die Wolt-Speisekarten italienischer Restaurants rund um Hamburg-Eimsbüttel abgerufen und mit der eigenen Speisekarte oder dem eigenen Bestellshop derselben Restaurants verglichen. Pro Restaurant haben wir drei Gerichte mit gleichem Namen verglichen, bevorzugt Pizza Margherita, einen Pasta-Klassiker und ein weiteres Gericht. Ketten und virtuelle Marken haben wir ausgelassen.

Ergebnis: 9 Restaurants, 27 Gerichte

  • 14 von 27 Gerichten kosteten bei Wolt mehr, 13 gleich viel, keines weniger.
  • 6 von 9 Restaurants verlangten bei Wolt für mindestens ein Gericht mehr.
  • Der Aufschlag lag meist bei 1 Euro pro Gericht, in der Spitze bei 3,90 Euro.
  • Alle 27 Gerichte zusammen kosteten bei Wolt 401,09 Euro, direkt 379,19 Euro. Das sind 5,8 Prozent mehr, noch ohne Liefer- und Servicegebühr.
Restaurant (anonymisiert)Eigene Quelle3 Gerichte bei Wolt3 Gerichte direktUnterschied
Pizzeria Aeigener Bestellshop40,70 €34,80 €+17,0 %
Pizzeria Beigener Bestellshop64,70 €58,70 €+10,2 %
Pasta-Bar CSpeisekarte47,70 €43,70 €+9,2 %
Pizzeria Deigener Bestellshop36,70 €34,70 €+5,8 %
Trattoria ESpeisekarte40,00 €38,00 €+5,3 %
Ristorante Feigener Bestellshop41,79 €39,79 €+5,0 %
Pizzeria GSpeisekarte46,00 €46,00 €0 %
Trattoria HSpeisekarte43,80 €43,80 €0 %
Pizzeria Ieigener Bestellshop39,70 €39,70 €0 %

Am deutlichsten war der Unterschied bei Restaurants mit eigenem Bestellshop: Bei 4 von 5 war mindestens ein Gericht bei Wolt teurer. Ein Restaurant verlangt im eigenen Shop für Abholung sogar noch weniger als für die eigene Lieferung. Wer dort direkt bestellt und abholt, spart also doppelt.

Nebenbefund, der dich direkt betrifft: Bei 6 der 51 geprüften Restaurants führte die Suche nach der eigenen Website auf eine Seite mit dem Hinweis, dass sie von Lieferando betrieben und verwaltet wird. Solche Seiten sehen aus wie die Website des Restaurants, die Bestellung läuft aber über die Plattform. Achte deshalb auf diesen Hinweis im Kopf oder Impressum der Seite. Ein echter eigener Bestellshop läuft unter dem Namen des Restaurants ohne Plattform dazwischen.

So findest du den direkten Weg

Der größte Vorteil der Portale ist, dass du nicht suchen musst. Der direkte Weg ist aber meist nur ein oder zwei Klicks weiter, wenn du weißt, wo du schauen musst.

  1. Website des Restaurants: Such nach dem Namen plus Ort. Achte auf einen Button wie „Online bestellen“ oder „Lieferung und Abholung“ auf der eigenen Seite des Restaurants. Einen eigenen Bestellshop erkennst du daran, dass Logo, Speisekarte und Bezahlung unter dem Namen des Restaurants laufen.
  2. Google-Unternehmensprofil: In Google Maps verlinken viele Restaurants ihren Bestellshop direkt im Profil. Prüf, ob der Link auf die Seite des Restaurants führt oder auf ein Portal.
  3. Karte im Karton oder Flyer: Viele Betriebe legen Portal-Bestellungen eine Karte mit QR-Code bei. Scannen, Shop speichern, und die nächste Bestellung läuft direkt.
  4. Telefon als Rückfallweg: Gibt es keinen Online-Shop, ruf an. Frag dabei gleich, ob es einen Abholrabatt gibt.
Karte mit QR-Code und dem Text Nächstes Mal direkt bei uns bestellen im Deckel eines Pizzakartons, eine Hand scannt sie mit dem Smartphone
Viele Restaurants legen Bestellungen eine Karte für den direkten Weg bei. KI-generiertes Symbolbild.

Wie verbreitet der eigene Online-Kanal noch ist, zeigt die Branchenuntersuchung der österreichischen Bundeswettbewerbsbehörde: Von den befragten Wiener Restaurants hatten zwei Drittel eine eigene Website, aber nur 39 Prozent davon nahmen darüber Bestellungen an. Direktbestellungen liefen meist per Telefon. Genau hier setzen Bestellsysteme wie GastroSprint an: Das Restaurant bekommt einen eigenen Bestellshop für Lieferung und Abholung, der auf dem Smartphone im Browser läuft und sich in die vorhandene Website, das Google-Profil oder einen QR-Code einbinden lässt. Laut Anbieter kostet er ab 64 Euro netto im Monat bei einem Monat Laufzeit, ohne Provision pro Bestellung. Zum Start gibt es 1.000 Gutscheinkarten, die das Restaurant Bestellungen beilegen kann (Stand 07.10.2026).

Inhaberin einer Trattoria prüft eine neue Online-Bestellung auf einem Tablet an der Küchenausgabe, im Hintergrund der Pizzaofen
Bei einer Direktbestellung landet die Bestellung im eigenen System des Restaurants. KI-generiertes Symbolbild.

Tipp: Speichere den Bestellshop deines Lieblingsrestaurants als Lesezeichen oder auf dem Startbildschirm deines Handys. Dann ist der direkte Weg beim nächsten Hunger genauso schnell wie die Portal-App.

Wann das Portal trotzdem passt

Portale haben echte Stärken, und es wäre unfair, sie zu verschweigen. Sie sind die beste Wahl, wenn du ein neues Viertel erkundest und Bewertungen vergleichen willst. Sie bringen auch Essen von Restaurants, die selbst keine Fahrer haben. Live-Tracking, ein einheitlicher Kundenservice und gespeicherte Zahlungsdaten machen die Bestellung bequem. Abos wie Wolt+ für 4,99 Euro im Monat streichen bei teilnehmenden Restaurants die Liefergebühr ab 12 Euro Bestellwert, Servicegebühren können aber weiter anfallen.

Fahrradkurier mit grauem Lieferrucksack übergibt am Abend eine Essenstüte an einer Altbau-Haustür
Ein Portal mit eigener Kurierflotte bringt Essen auch von Restaurants, die selbst nicht ausliefern. KI-generiertes Symbolbild.

Unsere Empfehlung ist deshalb kein Entweder-oder: Entdecke neue Restaurants im Portal und bestelle beim zweiten Mal direkt. So nutzt du die Vorteile beider Wege, und das Restaurant, das dir geschmeckt hat, behält bei jeder weiteren Bestellung den vollen Betrag.

Entscheidungshilfe: Welcher Bestellweg passt heute?

Beantworte sechs kurze Fragen. Das Werkzeug sortiert die vier Wege für deine Situation und nennt die Gründe.

Kennst du das Restaurant schon?
Liefert das Restaurant selbst?
Kannst du selbst abholen?
Gibt es Allergien oder Sonderwünsche?
Wie wichtig ist dir Live-Tracking?
Wie wichtig ist dir der Preis?

Deine Reihenfolge

    So entscheidet das Werkzeug: Jede Antwort gibt den passenden Wegen Punkte, zum Beispiel Abholung bei kurzem Weg oder Portal mit Kurier, wenn das Restaurant nicht selbst liefert. Bei Gleichstand gewinnt der Weg, bei dem mehr Geld beim Restaurant bleibt. Die Empfehlung ersetzt nicht den Blick auf die Gebühren im Warenkorb.

    Worauf du bei jeder Bestellung achten solltest

    • Gesamtpreis vergleichen: Schau auf die Summe aus Speisen, Liefergebühr, Servicegebühr und gegebenenfalls Kleinbestellzuschlag, nicht nur auf den Pizzapreis.
    • Allergene klären: Restaurants müssen dir Informationen zu den Hauptallergenen vor dem Kauf zugänglich machen. Bei loser Ware ist unter Bedingungen auch eine mündliche Auskunft erlaubt (§ 4 LMIDV). Im direkten Kontakt kannst du gezielt nachfragen.
    • Wissen, wer dein Vertragspartner ist: Auch bei Lieferando kommt der Kaufvertrag mit dem Restaurant zustande, die Plattform vermittelt nur. Beschwerden über das Essen richtest du laut Lieferando-AGB an das Restaurant.
    • Kein Widerruf bei Essen: Für Speisen, die schnell verderben, gibt es kein Widerrufsrecht (§ 312g BGB). Fehlt etwas oder stimmt die Bestellung nicht, meld dich sofort.
    • Trinkgeld: Bei eigenen Fahrern des Restaurants kommt Bargeld an der Tür ohne Umweg an. Frag im Zweifel nach, wie Trinkgeld bei Kartenzahlung weitergegeben wird.
    Mitarbeiter einer Pizzeria übergibt einer Kundin eine Papiertüte und einen Pizzakarton über den Tresen
    Selbst abholen ist für dich meist der günstigste Bestellweg. KI-generiertes Symbolbild.

    Damit das Essen nach dem Transport noch schmeckt, hilft die Wahl des Gerichts. Welche Pasta eine Lieferung gut übersteht, zeigt unser Ratgeber Pasta bestellen: welche Gerichte gut ankommen. Bleibt etwas übrig, lies, wie lange sich Pasta im Kühlschrank hält. Für Reis vom Asia-Imbiss gilt Vorsicht beim Aufwärmen; Hinweise dazu findest du unter gekochten Reis lagern und aufwärmen. Und wer ab und zu über die Verpackung nachdenkt, findet im Ratgeber zu Einwegverpackungen in der Gastronomie den Blick von der anderen Seite des Tresens.

    Warum Restaurants um Direktbestellungen werben

    Für viele Betriebe sind Portale Fluch und Segen zugleich. Die österreichische Wettbewerbsbehörde hat 2026 ihre Branchenuntersuchung zu Lieferplattformen veröffentlicht. Die befragten Restaurants in Wien erzielten danach im Schnitt 25 bis 30 Prozent ihres gesamten Umsatzes über Plattformen (Stand 2023). Zu den Provisionen kommen oft Werbekosten für eine bessere Platzierung in der App. Ein Restaurant schrieb in der Befragung: „Sonst bekomme ich 60 Prozent weniger Aufträge.“

    Ein eigener Bestellkanal dreht dieses Verhältnis um. Bei einem Festpreis wie den 64 Euro netto im Monat bei GastroSprint lohnt sich der Shop für das Restaurant rechnerisch schon ab wenigen Bestellungen: Bei 30 Prozent Provision auf 30 Euro Bestellwert entspricht die Monatsgebühr etwa sieben Portal-Bestellungen mit Kurier. Jede weitere Direktbestellung bleibt ohne Provision im Betrieb. Das Geld fließt in Zutaten, faire Löhne oder stabile Preise. Davon profitierst am Ende auch du.

    Stimmen aus der Praxis

    Wie Gäste das im Alltag lösen, zeigt eine Diskussion auf dem Schnäppchenportal mydealz zur Lieferando-Servicegebühr vom Oktober und November 2025. Sie bestätigt genau den Weg, den wir empfehlen:

    „Bei vielen Restaurants schau ich inzwischen ob diese auch Bestellung per WhatsApp oder eigenem Shop […] anbieten“

    Gast im Startbeitrag, mydealz, 20.10.2025

    „Auf Lieferando das Restaurant suchen und dann dort anrufen zum Bestellen.“

    Gast in derselben Diskussion, 19.11.2025

    Es gibt auch die Gegenposition: Ein Teilnehmer hält die Servicegebühr angesichts der Fahrerkosten für fair und empfiehlt, das Essen einfach selbst abzuholen. Auch das ist am Ende ein Plädoyer für den direkten Weg. Aus Sicht der Gastronomie hat der DEHOGA die Provisionen schon früh kritisiert: Ende 2020 nannte die damalige Geschäftsführerin Ingrid Hartges 30 Prozent Provision für Gastronomen nicht tragbar und riet Betrieben mit guter Lage und Stammkunden, den Abholservice selbst anzubieten (Tageskarte mit Bezug auf den Tagesspiegel).

    Grenzen der Daten

    Lieferando und Wolt veröffentlichen ihre Provisionssätze für Deutschland nicht auf ihren Partnerseiten. Konkrete Konditionen hängen vom Vertrag, vom Liefermodell und von gebuchten Zusatzleistungen ab. Die Werte für Lieferando stammen aus Berichten von 2021 und 2022, die Uber-Eats-Sätze sind Anbieterangaben vom 07.10.2026. Die Servicegebühren für Gäste haben sich in den letzten Jahren mehrfach geändert; maßgeblich ist immer der Warenkorb vor dem Bezahlen. Die österreichischen Zahlen der Bundeswettbewerbsbehörde beschreiben Wien und lassen sich nur als Hinweis auf deutsche Verhältnisse lesen. Die Angaben zu GastroSprint sind Anbieterangaben. Unsere Stichprobe umfasst 9 Restaurants mit 27 Gerichten in einem Hamburger Stadtgebiet an einem Tag. Sie zeigt eine Tendenz, ist aber nicht repräsentativ für Deutschland. Bei Pizzen nennt Wolt keine Größe; wir haben gleichnamige Pizzen verglichen. Bei vier Restaurants stammt der Direktpreis von der Speisekarte vor Ort, die nicht ausdrücklich für Lieferungen gilt. Außerhalb der festen Auswahl von drei Gerichten fiel uns ein Dessert auf, das bei Wolt günstiger war als auf der eigenen Karte. Die Namen der Restaurants nennen wir nicht, die Rohdaten liegen uns vor.

    Häufige Fragen

    Ist es günstiger, direkt beim Restaurant zu bestellen?

    Meist ja. Direkt fällt keine Servicegebühr der Plattform an, und bei Abholung auch keine Liefergebühr. Bei Restaurants ohne Preisgleichheit zum Portal können zusätzlich die Speisenpreise niedriger sein. Vergleiche im Zweifel die Endsumme im Warenkorb.

    Wie viel Provision zahlen Restaurants an Lieferando, Wolt und Uber Eats?

    Uber Eats nennt für Deutschland 30 Prozent bei Lieferung durch Uber-Kuriere (33 Prozent bei Bestellungen von Uber-One-Mitgliedern) und 14 Prozent bei Selbstzustellung oder Abholung. Für Lieferando berichteten Medien von 13 Prozent bei Eigenlieferung des Restaurants, ab Juli 2022 von 14 Prozent, und von 30 Prozent bei Lieferung durch Lieferando-Fahrer. Wolt nennt keine Sätze öffentlich und spricht bei Selbstzustellung von einer geringeren Provision.

    Bekommt das Restaurant die Servicegebühr?

    Nein. Die Servicegebühr erhebt die Plattform von dir als Gast. Lieferando beschreibt sie als Beitrag zu Investitionen in Technologie und Plattform.

    Ist das Essen bei Lieferando teurer als im Restaurant?

    Lieferando wirbt mit einer Preisgarantie, nach der du im Restaurant und zu Hause denselben Preis zahlst. Der Unterschied entsteht dann über Servicegebühr und Liefergebühr. Bei anderen Plattformen können Restaurants ihre Preise anders festlegen.

    Muss ich für einen Bestellshop des Restaurants eine App installieren?

    Nicht unbedingt. Viele Bestellshops wie die von GastroSprint laufen direkt im Browser auf Smartphone, Tablet oder Laptop. Du kannst den Shop als Lesezeichen speichern.

    Wie erkenne ich, ob ein Restaurant einen eigenen Bestellshop hat?

    Schau auf die Website des Restaurants, ins Google-Unternehmensprofil oder auf Karten und Flyer, die der Bestellung beiliegen. Führt der Link auf eine Seite mit dem Namen und Logo des Restaurants statt auf ein Portal, bestellst du direkt.

    Fazit

    Portale sind ein gutes Schaufenster. Für die Bestellung beim Restaurant, das du schon magst, ist der direkte Weg die bessere Wahl: Du sparst Servicegebühren, beim Abholen auch die Liefergebühr, und das Restaurant behält bis zu 30 Prozent mehr vom Bestellwert. Mit einem eigenen Bestellshop ist der direkte Weg inzwischen genauso bequem wie die App. Speichere den Shop deines Lieblingsrestaurants, achte auf die QR-Karte im nächsten Pizzakarton und mach die zweite Bestellung zur Direktbestellung.

    Quellen

    • Uber Eats für Händler, „Preisgestaltung“ (Deutschland), Anbieterangabe, abgerufen am 07.10.2026: merchants.ubereats.com
    • Lieferando Kundenservice, „Was ist die Servicegebühr?“, abgerufen am 07.10.2026: www.lieferando.de
    • Lieferando Kundenservice, „Wie viel kostet die Lieferung?“, abgerufen am 07.10.2026: www.lieferando.de
    • Lieferando, Allgemeine Geschäftsbedingungen für Kunden, abgerufen am 07.10.2026: www.lieferando.de
    • Lieferando, Startseite mit Preisgarantie, abgerufen am 07.10.2026: www.lieferando.de
    • Bundeskartellamt, „Überprüfung einer Bestpreisklausel: Bundeskartellamt stellt Verfahren gegen Lieferando ein“, 12.07.2023: www.bundeskartellamt.de
    • Händlerbund, „Lieferando streicht PayPal-Gebühr und erhebt neues Serviceentgelt“, 15.04.2025: ohn.haendlerbund.de
    • inFranken.de, Bericht zur Lieferando-Provisionserhöhung auf 14 Prozent, aktualisiert 04.07.2022: www.infranken.de
    • Tageskarte, „DEHOGA kritisiert Provisionshöhen bei Lieferdiensten“, 28.12.2020: www.tageskarte.io
    • Lieferando Kundenservice, „Wie werden die Preise auf den Speisekarten festgelegt?“, abgerufen am 07.10.2026: www.lieferando.de
    • Uber Hilfe, „Uber Eats Preise“, abgerufen am 07.10.2026: help.uber.com
    • Wolt, Self-Delivery für Partner, abgerufen am 07.10.2026: explore.wolt.com
    • Wolt, Wolt+ Abo, abgerufen am 07.10.2026: explore.wolt.com
    • Which?, „The hidden costs of the food delivery revolution“, 17.06.2021: www.which.co.uk
    • Danish Competition and Consumer Authority, „Wolt has abused its dominant position“, 26.08.2026: en.kfst.dk
    • Bundeswettbewerbsbehörde Österreich, Branchenuntersuchung „Online-Plattformen für die Lieferung von Speisen“, Endbericht vom 13.08.2026: www.bwb.gv.at
    • Bundesregierung, Steueränderungsgesetz 2025: Umsatzsteuer auf Speisen sieben Prozent seit 01.01.2026: www.bundesregierung.de
    • mydealz, Diskussion „Lieferando Servicegebühren wieder erhöht“, ab 20.10.2025: www.mydealz.de
    • Eigene Stichprobe: Wolt-Speisekarten von 51 Restaurants rund um Hamburg-Eimsbüttel und eigene Karten oder Bestellshops von 9 Restaurants, abgerufen am 07.10.2026
    • § 4 LMIDV, Kennzeichnung nicht vorverpackter Lebensmittel: www.gesetze-im-internet.de
    • § 312g BGB, Widerrufsrecht: www.gesetze-im-internet.de
    • GastroSprint, Startseite und Preisseite (Anbieterangaben zu Preisen, Laufzeit und Funktionen), abgerufen am 07.10.2026
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    Mario Wormuth
    Erstellt von: Mario Wormuth
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    Wir sind leidenschaftliche Pasta-Liebhaber und teilen hier unsere besten Rezepte, Kochtechniken und Tipps rund um die italienische Küche. Mit einer Liebe zu frischen Zutaten und traditionellen Zubereitungen bringen wir euch die Vielfalt der Pastagerichte direkt auf den Teller. Unser Ziel ist es, euch zu inspirieren, die italienische Küche zu Hause auf einfache Weise nachzukochen und zu genießen. Neben unserer Leidenschaft für Pasta betreiben wir auch weitere Blogs: Auf unserem Hunde-Blog teilen wir Tipps zur Pflege, Ernährung und dem Zusammenleben mit Hunden. Unser Liebe & Esoterik Blog bietet Einblicke in Beziehungen, Astrologie und spirituelle Themen. Für alle Pferdefreunde gibt es unseren Pferde-Blog, wo wir Wissen und Erfahrungsberichte rund um Reiten, Pferdehaltung und Training veröffentlichen. Egal, ob du auf der Suche nach neuen Rezepten bist oder dich für andere Themen interessierst – bei uns findest du spannende Artikel und wertvolle Tipps. Buon Appetito!
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