Elicoidali richtig zubereiten: Verwendung und Besonderheiten der gerillten Röhrennudel

Mario Wormuth
Erstellt von: Mario Wormuth
16 Minuten Lesezeit

Kurz & knapp

Elicoidali sind mittellange, hohle Nudeln aus Hartweizengrieß, die sich durch eine spiralförmig verlaufende Rippung auf der Außenseite auszeichnen. Man verwendet sie aufgrund ihrer Struktur und Form vor allem für schwere, stückige Fleisch- und Gemüsesaucen sowie für deftige Aufläufe, da sie Saucen und Zutaten hervorragend im Inneren und in den Rillen aufnehmen können.

Die Welt der italienischen Pasta ist bemerkenswert vielfältig, und jede Nudelsorte erfüllt in der traditionellen Küche einen ganz bestimmten Zweck. Die Wahl der richtigen Form entscheidet oft darüber, wie gut sich die Pasta mit der dazugehörigen Sauce verbindet. Elicoidali gehören dabei zu den absoluten Spezialisten, wenn es um den Transport von reichhaltigen, sämigen und stückigen Saucen geht.

Obwohl sie auf den ersten Blick anderen bekannten Röhrennudeln ähneln, weisen sie im Detail entscheidende strukturelle Unterschiede auf. Diese Unterschiede beeinflussen sowohl das Mundgefühl als auch die Haftung der Sauce an der Pasta. Ein fundiertes Verständnis über die Beschaffenheit und das Kochverhalten dieser Nudelsorte verhilft in der heimischen Küche zu besseren, authentischen Ergebnissen.

Das Wichtigste auf einen Blick

  • Form und Struktur: Elicoidali sind gerade, hohle Nudeln mit spiralförmig (helixartig) verlaufenden Rillen auf der äußeren Oberfläche.
  • Abgrenzung: Im Gegensatz zu Tortiglioni oder Rigatoni verlaufen die Rippen hier schraubenförmig um den Nudelkörper und nicht parallel zur Längsachse.
  • Beste Verwendung: Ideal für dicke Ragouts, Fleischsaucen (Bolognese), sämige Gemüsesaucen und geschichtete Nudelaufläufe.
  • Herstellung: Hochwertige Varianten werden durch Bronzeformen (trafilata in bronzo) gepresst, was die Oberfläche matt und rau macht.

Was sind Elicoidali?

Elicoidali sind eine traditionelle italienische Pastasorte aus Hartweizengrieß und Wasser, die zur Familie der kurzen bis mittellangen Röhrennudeln (Pasta corta) gehört. Der Name leitet sich vom italienischen Wort „elica“ für Schraube oder Helix ab, was direkt auf das charakteristischste Merkmal dieser Nudel hinweist: die spiralförmig um den hohlen Zylinder verlaufenden Rippen. Diese Rillen entstehen während des Pressvorgangs durch spezielle Matrizen in den Nudelmaschinen.

Durch die schraubenförmige Textur unterscheidet sich die Oberfläche spürbar von glatten Nudelsorten. Während glatte Pasta (wie die glatte Variante der Penne) Saucen eher abperlen lässt, bieten die Vertiefungen der Elicoidali einen mechanischen Halt für Flüssigkeiten und kleinste Speisezutaten. Da es sich um eine hohle Form handelt, fließt die Sauce zudem in das Innere der Nudel hinein, sodass bei jedem Bissen ein ausgewogenes Verhältnis von Teigware und Sauce entsteht.

In der kulinarischen Praxis werden Elicoidali vor allem in den zentral- und süditalienischen Regionen geschätzt. Sie behalten nach dem Kochen eine stabile, bissfeste Struktur (al dente) und fallen auch unter schweren Saucen oder während des Backens im Ofen nicht in sich zusammen. Dies macht sie zu einer der verlässlichsten Pasta-Sorten für anspruchsvolle, warme Gerichte.

Was ist der Unterschied zu Penne, Rigatoni und Tortiglioni?

Der Unterschied zwischen Elicoidali und anderen Röhrennudeln liegt primär im Anschnitt der Enden sowie im genauen Verlauf und der Tiefe der äußeren Rillen. Während der Laie viele Röhrennudeln auf den ersten Blick verwechselt, achten Feinschmecker und Köche auf diese geometrischen Details, da sie das Fließverhalten der Sauce maßgeblich beeinflussen.

Penne sind an den Enden schräg zugeschnitten (wie eine Schreibfeder) und können sowohl eine glatte (lisce) als auch eine geriffelte (rigate) Oberfläche haben. Im Vergleich dazu sind Elicoidali an den Enden immer gerade abgeschnitten.

Rigatoni sind ebenfalls gerade abgeschnitten, weisen jedoch parallel zur Längsachse verlaufende Rillen auf. Sie sind zudem meist etwas breiter im Durchmesser als Elicoidali. Die Rippung verläuft bei Rigatoni also schnurgerade von einer Öffnung zur anderen, während sie sich bei den Elicoidali elegant um den Körper windet. Tortiglioni sind den Elicoidali am ähnlichsten, da auch ihre Rillen spiralförmig verlaufen. Allerdings sind Tortiglioni in der Regel dicker, haben tiefere Furchen und eine robustere Wandstärke.

Röhrennudeln im direkten Vergleich

Pastasorte Anschnitt der Enden Verlauf der Rillen Typischer Durchmesser
Elicoidali Gerade Spiralförmig (Helix) Mittel
Rigatoni Gerade Längs (Parallel) Breit
Tortiglioni Gerade Spiralförmig (Tiefer) Breit bis sehr breit
Penne Rigate Schräg Längs (Parallel) Schmal bis mittel

Wofür verwendet man Elicoidali?

Man verwendet Elicoidali vorzugsweise für grobe, schwere Fleischsaucen, reichhaltige Gemüsemischungen und gehaltvolle Aufläufe, da die hohle Form und die Spiralrillen ein optimales Haftungspotenzial bieten. Dünne, rein ölbasierte Saucen würden von dieser Nudelform einfach herablaufen, weshalb man stattdessen auf sämige Emulsionen oder stückige Zutaten setzt. Klassische Ragouts (wie ein traditionell geschmorte Bolognese) harmonieren perfekt, weil die feinen Fleischpartikel und die reduzierte Sauce sowohl in den Rillen der Außenseite als auch im Inneren der Röhre Halt finden.

Ein weiteres großes Einsatzgebiet sind cremige Käse- und Sahnesaucen. Saucen auf Basis von Gorgonzola, Ricotta oder Pecorino ummanteln die Nudelkörper gleichmäßig, ohne dass die Nudeln auf dem Teller im Fett schwimmen. Auch vegetarische Kombinationen mit Pilzen, Auberginen, Zucchini oder Hülsenfrüchten (wie Kichererbsen und Linsen) eignen sich hervorragend. Die Stücke der Zutaten sollten idealerweise so zerkleinert werden, dass sie eine ähnliche Größe wie die Öffnung der Elicoidali haben.

Dank ihrer Formstabilität sind sie zudem eine exzellente Wahl für Pastiaufläufe (Pasta al forno). Wenn die Nudel mit Sauce vermischt, mit Käse bestreut und im Ofen gebacken wird, behält sie ihren Biss und matscht nicht durch. Im Ofen füllen sich die Röhren mit schmelzendem Käse, was beim Essen für eine besonders saftige Textur sorgt.

Gut zu wissen

Der Begriff „al dente“ (bissfest) beschreibt den optimalen Garpunkt von Pasta. Bei Elicoidali ist dieser Zustand besonders wichtig, da der hohle Kern einen spürbaren Widerstand beim Kauen bieten muss. Wird die Nudel zu weich gekocht, flacht die Röhre ab, die Rillen verlieren an Kontur und die Sauce rutscht ab.

Wie kocht man Elicoidali perfekt?

Man kocht Elicoidali in reichlich sprudelndem Salzwasser, wobei die genaue Kochzeit je nach Hersteller variiert und stets auf der Verpackung überprüft werden sollte. Da die Nudelwand der Elicoidali relativ dick ist, benötigt diese Nudelsorte typischerweise eine Kochzeit von mehreren Minuten, um den perfekten Biss zu erreichen. Um ein optimales Ergebnis zu erzielen, ist eine präzise Vorgehensweise beim Kochen unerlässlich.

Die richtige Wassermenge und das Salzen

Nudeln benötigen Platz, um gleichmäßig zu garen und nicht zu verkleben. Als Faustregel gilt: Verwenden Sie reichlich Wasser für die Zubereitung von Hartweizenpasta. Das Wasser sollte erst gesalzen werden, wenn es bereits kocht, da sich das Salz dann schneller auflöst und das Wasser die Hitze optimal hält. Verwenden Sie kein Speiseöl im Kochwasser. Öl legt sich wie ein Film um die Pasta und verhindert später, dass sich die Sauce mit den Rillen der Elicoidali verbindet.

Das Geheimnis des Pastawassers

Ein häufiger Fehler in der Küche ist das vollständige Abgießen des Nudelwassers im Waschbecken. Das Kochwasser der Elicoidali enthält wertvolle, gelöste Stärke, die beim Kochen aus dem Hartweizen ausgetreten ist. Fangen Sie vor dem Abgießen immer eine Tasse dieses trüben Wassers ab. Wenn Sie die abgetropfte Pasta danach direkt in der Pfanne mit der Sauce vermengen, geben Sie einen Schluck des Pastawassers hinzu. Durch das Schwenken emulgiert die Stärke des Wassers mit den Fetten der Sauce zu einer cremigen Bindung, die perfekt an den Spiralrillen der Elicoidali haftet.

Profi-Tipp

Gießen Sie die Elicoidali etwa ein bis zwei Minuten vor dem Ende der auf der Packung angegebenen Kochzeit ab. Lassen Sie die Nudeln die letzte Garzeit direkt in der kochenden Sauce in der Pfanne fertig garen. So saugen sich die Röhren im Inneren bereits mit dem Geschmack der Sauce voll, statt nur mit Wasser gesättigt zu sein.

Häufige Fehler bei der Zubereitung und wie man sie vermeidet

Obwohl das Kochen von Pasta trivial erscheint, entscheiden kleine Details über die Qualität des fertigen Gerichts. Der erste große Fehler ist das Abschrecken der fertigen Nudeln mit kaltem Wasser nach dem Garen. Das kalte Wasser spült die schützende Stärkeschicht von der Oberfläche der Elicoidali. Die Folge ist eine rutschige Oberfläche, an der keine Sauce mehr haften bleibt. Lassen Sie die Nudeln nach dem Abgießen einfach nur gut abtropfen und geben Sie sie direkt zur vorbereiteten Sauce.

Ein weiterer Fehler betrifft das Verhältnis und das Timing beim Vermengen. Legen Sie die nackte Pasta nicht einfach auf den Teller und geben Sie einen Klecks Sauce obenauf. In Italien gilt das Gesetz, dass Pasta und Sauce vor dem Servieren in der Pfanne miteinander vermählt werden müssen. Nur so können die Elicoidali ihre physikalischen Vorteile – das Aufnehmen der Sauce in den Rillen und Hohlräumen – voll ausspielen.

Auch die Wahl der falschen Sauce kann das kulinarische Erlebnis schmälern. Sehr flüssige Tomatensaucen oder dünne Sahnesaucen sammeln sich am Boden des Tellers, während die Elicoidali trocken obenauf liegen. Stellen Sie sicher, dass Ihre Sauce durch Einkochen oder die Zugabe von stärkehaltigem Pastawasser eine sämige Konsistenz besitzt, die sich wie ein Film um die spiralförmigen Rillen legen kann.

Achtung

Achten Sie beim Kauf auf die Bezeichnung „Trafilata in bronzo“ (in Bronze gezogen). Preiswerte Nudeln werden oft durch Teflonmatrizen gepresst. Dies erzeugt eine extrem glatte Oberfläche, an der Saucen trotz der spiralförmigen Rillen abrutschen. Bronze-Formen hingegen hinterlassen eine mikroskopisch raue, matte Struktur, die Saucen wie ein Schwamm aufsaugt.

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Häufig gestellte Fragen

Was ist der Unterschied zwischen Elicoidali und Tortiglioni?

Elicoidali und Tortiglioni ähneln sich stark, da beide Sorten spiralförmige Rillen aufweisen und an den Enden gerade abgeschnitten sind. Der Unterschied liegt primär im Durchmesser und der Tiefe der Struktur. Tortiglioni sind in der Regel dicker, besitzen eine stärkere Wandung und tiefere Furchen, weshalb sie noch schwerere Saucen tragen können als die etwas feineren Elicoidali.

Kann man Elicoidali durch Rigatoni ersetzen?

Man kann Elicoidali problemlos durch Rigatoni ersetzen, da beide Sorten eine ähnliche Größe und Form besitzen. Da die Rillen bei Rigatoni jedoch gerade und nicht spiralförmig verlaufen, verändert sich die Fließeigenschaft der Sauce minimal. Für den alltäglichen Gebrauch und die meisten Rezepte ist dieser Tausch jedoch ohne merklichen Qualitätsverlust möglich.

Warum verkleben Elicoidali nach dem Kochen?

Elicoidali verkleben nach dem Kochen, wenn sie mit zu wenig Wasser gegart wurden, wodurch sich die austretende Stärke im Topf zu stark konzentriert hat. Ein weiterer Grund ist das Stehenlassen der abgegossenen Nudeln im Sieb ohne Sauce. Um Verkleben zu verhindern, vermengt man die heiße Pasta am besten sofort nach dem Abtropfen mit der vorbereiteten, warmen Sauce.

Eignen sich Elicoidali für Nudelsalat?

Elicoidali eignen sich hervorragend für Nudelsalate, da sie dank ihrer stabilen Form auch nach dem Abkühlen bissfest bleiben. Die Rillen und der Hohlraum nehmen Dressings auf Basis von Joghurt, Mayonnaise oder Essig-Öl-Emulsionen sehr gut auf. Zudem transportieren die Röhren kleinere Salat-Zutaten wie Erbsen, Kräuter oder feine Zwiebelwürfel perfekt zum Mund.

Fazit

Elicoidali sind weit mehr als nur eine einfache Röhrennudel. Durch ihre clever konstruierte, helikale Rippung und ihre stabile Wandstärke stellen sie das ideale Bindeglied zwischen Pasta und gehaltvollen, stückigen Saucen dar. Wer den Unterschied zu glatten Nudelsorten einmal bewusst geschmeckt hat, wird die Vorzüge dieser Form bei Ragouts und Aufläufen schnell zu schätzen wissen.

Für ein optimales Geschmackserlebnis lohnt es sich, beim Kauf auf traditionell hergestellte Bronze-Pasta zu achten und die Nudeln stets in reichlich Salzwasser bissfest zu garen. Durch das richtige Vermengen in der Pfanne unter Zugabe von etwas stärkehaltigem Pastawasser entsteht ein harmonisches Gericht, das den authentischen Charakter der italienischen Küche perfekt widerspiegelt.

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