Nährwerte & Kalorien im Überblick: Honig vs. Haushaltszucker
| Süßungsmittel | Kalorien/100g | Wassergehalt | Glykämischer Index (GI) |
|---|---|---|---|
| Weißer Haushaltszucker | 400 kcal | 0 % | ca. 65 |
| Blütenhonig (durchschnittlich) | 302-320 kcal | ca. 17-20 % | ca. 55-60 |
| Akazienhonig | ca. 300 kcal | ca. 18 % | ca. 32-40 |
| Ein Teelöffel (praktische Portion) | Zucker: ca. 20 kcal (5g) | Honig: ca. 30 kcal (10g) | Honig ist schwerer als Zucker |
Makronährstoffverteilung (pro 100g Honig):
- 🥖 Kohlenhydrate: ca. 80-82g (davon Zucker: 80-82g)
- 🥩 Eiweiß: 0,3 – 0,5g
- 🧈 Fett: 0g (davon gesättigt: 0g)
- 🌾 Ballaststoffe: 0,2g
Die Frage nach dem optimalen Süßungsmittel beschäftigt Ernährungsbewusste, Bäcker und Köche gleichermaßen. Seit Jahrhunderten dient das goldene Bienenprodukt der Menschheit als natürliche Quelle für Süße, lange bevor der industriell raffinierte weiße Haushaltszucker seinen Siegeszug um die Welt antrat. Heute stehen beide Produkte in den Küchenregalen meist direkt nebeneinander, was unweigerlich zu der Frage führt, welches der beiden in Bezug auf Nährwerte, Verarbeitung und gesundheitliche Aspekte die bessere Wahl darstellt.
Bei der genauen Betrachtung wird schnell klar, dass es sich bei beiden Optionen chemisch gesehen um hochkonzentrierte Kohlenhydrate handelt. Dennoch gibt es gravierende Unterschiede in der molekularen Zusammensetzung, der Art der Verstoffwechselung im menschlichen Körper sowie bei den begleitenden Inhaltsstoffen. Während der klassische Kristallzucker ein hochgradig isoliertes Produkt ist, bringt die natürliche Alternative aus dem Bienenstock ein komplexes Profil an Spurenelementen und Enzymen mit sich.
Um eine fundierte Entscheidung für den täglichen Gebrauch beim Kochen, Backen oder Süßen von Getränken treffen zu können, ist ein tiefergehender Blick auf die harten Fakten notwendig. Dabei spielen nicht nur die reinen Kalorienwerte eine Rolle, sondern auch das Verhalten bei Hitze, die Auswirkung auf den Blutzuckerspiegel und die spezifischen Eigenschaften in der Lebensmittelzubereitung. Im folgenden Vergleich werden alle relevanten Faktoren sachlich und detailliert beleuchtet.
Das Wichtigste auf einen Blick
- Kaloriendichte: Auf 100 Gramm gerechnet liefert das Naturprodukt rund 20 Prozent weniger Kalorien als weißer Raffinadezucker, da es zu einem Fünftel aus Wasser besteht.
- Volumengewicht: Ein Teelöffel des flüssigen Goldes ist deutlich schwerer als ein Teelöffel Kristalle, was beim Dosieren nach Augenmaß beachtet werden muss.
- Süßkraft: Durch den höheren Anteil an freier Fruktose wird eine intensivere Süße wahrgenommen, wodurch man in der Praxis oft weniger Menge benötigt.
- Zusatzstoffe: Das Bienenprodukt liefert minimale Mengen an Vitaminen, Mineralstoffen und wertvollen Enzymen, die dem isolierten Kristallzucker gänzlich fehlen.
Nährwerte und Kalorien im direkten Vergleich
Wenn man die reine Energiebilanz betrachtet, weisen die beiden Süßungsmittel interessante Unterschiede auf, die sich direkt auf den Alltag auswirken. Haushaltszucker, in der Fachsprache Saccharose genannt, besteht zu 100 Prozent aus reinen Kohlenhydraten ohne jeglichen Wasseranteil. Dies führt zu einem exakten Brennwert von 400 Kilokalorien pro 100 Gramm. Es handelt sich um sogenannte „leere Kalorien“, da außer der reinen Energie keine weiteren Nährstoffe geliefert werden.
Das Bienenprodukt hingegen ist eine natürliche Lösung aus verschiedenen Zuckerarten in Wasser. Der Wassergehalt ist gesetzlich geregelt und darf in Deutschland bei Qualitätsware höchstens 20 Prozent betragen, liegt in der Praxis aber meist zwischen 17 und 18 Prozent. Durch diesen Wasseranteil reduziert sich die Kaloriendichte auf etwa 300 bis 320 Kilokalorien pro 100 Gramm. Auf dem Papier scheint das Naturprodukt also kalorienärmer zu sein, was jedoch bei der praktischen Anwendung oft relativiert wird.
Gut zu wissen
Da Honig eine deutlich höhere Dichte aufweist als kristalliner Zucker, wiegt ein Teelöffel davon etwa 10 bis 12 Gramm, während ein Teelöffel Kristallzucker nur etwa 5 Gramm auf die Waage bringt. Wer seinen Tee also löffelweise süßt, nimmt mit der flüssigen Variante paradoxerweise oft mehr Kalorien zu sich als mit der kristallinen.
Ein weiterer entscheidender Faktor ist die Zusammensetzung der Zuckerbausteine. Kristallzucker ist ein Zweifachzucker (Disaccharid), bei dem je ein Molekül Glukose (Traubenzucker) und Fruktose (Fruchtzucker) fest miteinander verbunden sind. Der Körper muss diese Verbindung bei der Verdauung zunächst durch Enzyme aufspalten. Im Bienenstock hingegen haben die Bienen diese Arbeit durch ihre körpereigenen Enzyme bereits erledigt. Das Endprodukt besteht hauptsächlich aus freien Glukose- und Fruktosemolekülen (Einfachzuckern).
Diese Aufspaltung führt zu einem interessanten sensorischen Effekt: Freie Fruktose besitzt eine deutlich höhere Süßkraft als die gebundene Form im Kristallzucker. Das bedeutet, dass das Naturprodukt auf der Zunge als süßer empfunden wird. In der praktischen Küchenanwendung führt dies oft dazu, dass die verwendete Gesamtmenge reduziert werden kann, um denselben Grad an Süße in einem Gericht oder Getränk zu erreichen. Dieser Aspekt kann dabei helfen, die tägliche Gesamtaufnahme an Kohlenhydraten leicht zu senken.
| Merkmal | Haushaltszucker (100g) | Honig (100g) |
|---|---|---|
| Saccharose (Zweifachzucker) | 99,9 g | ca. 1-2 g |
| Freie Glukose | 0 g | ca. 30-35 g |
| Freie Fruktose | 0 g | ca. 38-40 g |
| Wasser | 0 g | ca. 17-20 g |
Blutzuckerspiegel und glykämischer Index: Was im Körper passiert
Die Wirkung von Süßungsmitteln auf den menschlichen Organismus lässt sich am besten anhand des Blutzuckerspiegels messen. Ein wichtiger Indikator hierfür ist der Glykämische Index (GI). Er gibt an, wie schnell und wie stark kohlenhydratreiche Lebensmittel den Blutzuckerspiegel nach dem Verzehr ansteigen lassen. Referenzwert ist meist reine Glukose mit einem GI von 100. Haushaltszucker hat einen relativ konstanten GI von etwa 65, was als mittlerer Wert eingestuft wird.
Beim Naturprodukt aus dem Bienenstock gestaltet sich die Situation deutlich komplexer. Da die Zusammensetzung der Zuckerarten stark von der besuchten Tracht (den Blüten) abhängt, variiert auch der Glykämische Index enorm. Entscheidend ist hierbei das Verhältnis von Glukose zu Fruktose. Fruktose wird insulinunabhängig über die Leber verstoffwechselt und lässt den Blutzucker kaum ansteigen (GI von etwa 20), während Glukose sofort ins Blut geht.
Profi-Tipp
Wer Wert auf einen möglichst konstanten Blutzuckerspiegel legt und dennoch süßen möchte, greift am besten zu Akazien- oder Waldhonig. Diese Sorten haben einen von Natur aus höheren Fruktose- und geringeren Glukoseanteil, was sich in einem niedrigeren Glykämischen Index (oft unter 40) widerspiegelt. Man erkennt stark fruktosehaltige Sorten daran, dass sie sehr lange flüssig bleiben und kaum kristallisieren.
Wenn reiner Haushaltszucker konsumiert wird, spalten die Verdauungsenzyme die Saccharose rasch auf. Die freigesetzte Glukose sorgt für einen schnellen Anstieg des Blutzuckers. Die Bauchspeicheldrüse schüttet daraufhin große Mengen Insulin aus, um den Zucker in die Zellen zu transportieren. Dieser schnelle Prozess führt oft zu einem starken Abfall des Blutzuckerspiegels kurze Zeit später – dem klassischen Leistungstief, das oft mit Heißhungerattacken einhergeht.
Die leicht verzögerte Aufnahme durch die Kombination aus freier Fruktose und minimalen Mengen an Ballaststoffen, Pollen und Enzymen im Bienenprodukt kann diesen Vorgang minimal abpuffern. Der Blutzuckerspiegel steigt bei Sorten mit niedrigem GI langsamer an und fällt auch sanfter wieder ab. Dennoch muss klar festgehalten werden: Beide Varianten sind konzentrierte Zuckerquellen und verursachen eine signifikante Insulinreaktion. Für Diabetiker sind daher beide Süßungsmittel mit Bedacht und im Rahmen der berechneten Broteinheiten zu konsumieren.
- Rapssorte: Hoher Glukoseanteil, kristallisiert schnell, höherer GI (ca. 60-65).
- Blütenmischung: Ausgeglichenes Verhältnis, mittlere Kristallisation, mittlerer GI (ca. 55).
- Akaziensorte: Hoher Fruktoseanteil, bleibt jahrelang flüssig, niedriger GI (ca. 30-40).
- Kastanien-/Waldsorte: Oft sehr hoher Fruktoseanteil, herb im Geschmack, niedriger GI.
Vitamine, Mineralien und Enzyme: Der wahre Mehrwert
Der wohl am häufigsten zitierte Unterschied zwischen den beiden Süßungsmitteln liegt in den begleitenden Inhaltsstoffen. Wie bereits erwähnt, liefert raffinierter weißer Zucker keinerlei Mikronährstoffe. Durch die industriellen Prozesse wie Extraktion, Reinigung und Kristallisation werden dem ursprünglichen Rohstoff (Zuckerrübe oder Zuckerrohr) alle Begleitstoffe entzogen. Übrig bleibt die reine chemische Verbindung Saccharose.
Das von Bienen erzeugte Pendant ist hingegen ein lebendiges Naturprodukt. Es enthält über 200 verschiedene Inhaltsstoffe. Dazu zählen Mineralstoffe wie Kalium, Calcium und Magnesium, sowie Spurenelemente wie Eisen und Zink. Auch verschiedene wasserlösliche Vitamine, insbesondere B-Vitamine und Vitamin C, lassen sich nachweisen. Besonders interessant sind die enthaltenen sekundären Pflanzenstoffe, vor allem Flavonoide und Phenolsäuren, die aus dem Nektar der besuchten Pflanzen stammen.
Achtung
Obwohl das Naturprodukt diese Mikronährstoffe enthält, sind sie nur in extrem geringen Spuren vorhanden. Um den Tagesbedarf an Vitaminen oder Mineralstoffen auch nur ansatzweise zu decken, müsste man derart große Mengen konsumieren, dass die negativen Effekte des massiven Zuckerkonsums die minimalen Vorteile weit übersteigen würden. Das Produkt ist daher als Genussmittel und nicht als Vitaminquelle zu betrachten.
Der wirklich einzigartige Aspekt liegt jedoch im Vorhandensein von aktiven Enzymen und Proteinen, die von den Bienen bei der Nektarverarbeitung hinzugefügt werden. Bekannte Enzyme sind unter anderem Invertase, Amylase und Glukose-Oxidase. Letztere ist besonders bemerkenswert, da sie bei der Verdünnung mit Wasser geringe Mengen an Wasserstoffperoxid produziert. Dies ist einer der Gründe für die leicht konservierenden und keimhemmenden Eigenschaften des reinen Produkts.
Diese komplexen bioaktiven Stoffe machen das Bienenprodukt zu einer beliebten Zutat in traditionellen Hausmitteln, etwa bei rauen Hälsen. Die sirupartige Konsistenz legt sich wie ein schützender Film über die Schleimhäute, während die minimalen antibakteriellen Eigenschaften unterstützend wirken können. Industrieller Zucker bietet diese synergetischen Effekte nicht. Um die wertvollen Enzyme zu erhalten, ist es jedoch essenziell, dass das Produkt nicht über Körpertemperatur erhitzt wird.
| Kategorie der Inhaltsstoffe | Beispiele im Bienenprodukt | Relevanz für die Ernährung |
|---|---|---|
| Enzyme | Invertase, Diastase, Glukose-Oxidase | Hoch, da einzigartig, aber sehr hitzeempfindlich |
| Mineralstoffe | Kalium, Calcium, Magnesium, Natrium | Gering, Mengen sind im Milligramm-Bereich pro 100g |
| Vitamine | Vitamin C, Riboflavin, Niacin | Sehr gering, trägt kaum zum Tagesbedarf bei |
| Antioxidantien | Pinocembrin, Chrysin, Katalase | Mittel, dunkle Sorten weisen messbare Mengen auf |
Honig beim Backen und Kochen richtig einsetzen: Häufige Fehler vermeiden
Der Austausch von gewohntem Haushaltszucker durch das flüssige Bienenprodukt in Rezepten ist nicht ganz trivial. Wer einfach die angegebene Grammzahl 1:1 austauscht, wird bei Backwaren oft mit einem klebrigen, eingesunkenen oder zu dunkel gewordenen Ergebnis überrascht. Da es sich um ein wasserhaltiges Lebensmittel handelt, greift man direkt in den Feuchtigkeitshaushalt des Teiges ein. In der Praxis hat sich bewährt, pro 100 Gramm kristallinem Zucker nur etwa 80 Gramm der natürlichen Alternative zu verwenden.
Zudem muss die restliche Flüssigkeitsmenge im Rezept angepasst werden. Für jede verwendete 100-Gramm-Einheit des flüssigen Süßungsmittels sollte die zugegebene Milch, das Wasser oder der Saft im Rezept um etwa 20 bis 30 Milliliter reduziert werden. Ein weiteres chemisches Detail ist der leichte Säuregrad des Naturprodukts. Um diese Säure zu neutralisieren und dem Teig Triebkraft zu verleihen, wird oft empfohlen, eine kleine Prise Natron (ca. 1/4 Teelöffel) zum Backpulver hinzuzufügen.
Schnellzubereitung auf einen Blick: Backen mit der flüssigen Alternative
| ⚖️ Mengenverhältnis: | 100g Zucker = 80g Honig |
| 💧 Flüssigkeitsanpassung: | 20-30ml weniger Flüssigkeit pro 100g |
| 🌡️ Temperatur anpassen: | Ofen um 15-20°C kühler einstellen |
| 🧪 Backtriebmittel: | 1/4 TL Natron zusätzlich verwenden |
Die wichtigsten Schritte beim Teig anrühren:
- Vorbereitung: Festes oder kristallisiertes Produkt in einem lauwarmen Wasserbad schonend verflüssigen, damit es sich im Teig gleichmäßig verteilt.
- Emulgieren: Das flüssige Süßungsmittel zuerst mit den feuchten Zutaten (Eier, Fett) gründlich verrühren, bevor die trockenen Zutaten untergehoben werden.
- Backvorgang: Die Temperatur reduzieren und die Backzeit genau überwachen, da Teige mit hohem Fruktoseanteil zur raschen Bräunung neigen.
Die 3 wichtigsten Erfolgsfaktoren:
- ✅ Temperaturkontrolle: Fruktose karamellisiert deutlich schneller als Saccharose. Eine Reduktion der Backtemperatur verhindert eine verbrannte Kruste, während das Innere noch roh ist.
- ✅ Sortenwahl: Für zarte Biskuits oder helle Kuchen milde, helle Sorten (Akazie) verwenden. Kräftige Teige (Lebkuchen) vertragen dunkle, würzige Sorten (Wald).
- ✅ Hitzeverlust: Man muss sich bewusst sein, dass beim Backprozess (über 40°C) alle empfindlichen Enzyme und ein Großteil der Vitamine zerstört werden.
Ein wesentlicher Unterschied beim Kochen und Backen liegt in der Maillard-Reaktion. Diese Bräunungsreaktion, die Backwaren ihre aromatische Kruste verleiht, läuft bei Vorhandensein von Glukose und Fruktose viel schneller ab als bei reinem Kristallzucker. Wer Kuchen oder Plätzchen backt, sollte die Backofentemperatur daher grundsätzlich um 15 bis 20 Grad Celsius senken. Die Backzeit bleibt dabei in der Regel gleich, das Backgut wird jedoch schonender durchgegart und verbrennt nicht an der Oberfläche.
In der kalten Küche, etwa bei der Zubereitung von Salatdressings, Dips oder kalten Saucen, spielt die flüssige Variante ihre größten Stärken aus. Sie löst sich hervorragend in Essig, Zitronensaft oder Öl auf, ohne dass Zuckerkristalle am Boden der Schüssel zurückbleiben. Gleichzeitig bleiben bei der unerhitzten Verarbeitung alle wertvollen Enzyme und Inhaltsstoffe vollständig erhalten. Die leichte Klebrigkeit wirkt zudem als natürlicher Emulgator, der hilft, Öl und Essig in Vinaigrettes geschmeidig zu verbinden.
Karies, Fruktose und Zahngesundheit: Risiken bei beiden Süßungsmitteln
Wenn es um die Zahngesundheit geht, gibt es in der wissenschaftlichen Beurteilung kaum Spielraum für Interpretationen. Bakterien in der Mundhöhle, insbesondere Streptococcus mutans, ernähren sich von Kohlenhydraten und wandeln diese in organische Säuren um. Diese Säuren greifen den Zahnschmelz an und verursachen Karies. Dabei spielt es für die Bakterien keine nennenswerte Rolle, ob sie mit isolierter Saccharose oder mit den natürlichen Einfachzuckern Glukose und Fruktose aus dem Bienenstock gefüttert werden.
Tatsächlich weisen Zahnmediziner oft darauf hin, dass das Naturprodukt in Bezug auf Kariesbildung sogar leichte Nachteile haben kann. Aufgrund seiner zähen, klebrigen Konsistenz haftet es länger an den Zähnen und in den Zahnzwischenräumen als eine schnell weggespülte Kristallzucker-Lösung (etwa in einer Limonade). Dies verlängert die Einwirkzeit der schädlichen Säuren auf den Zahnschmelz. Eine gründliche Mundhygiene ist daher bei beiden Süßungsarten unerlässlich.
Gut zu wissen: Säuglinge und Botulismus
Für Kinder unter zwölf Monaten ist rohes Bienenprodukt tabu. Es kann Spuren des Bakteriums Clostridium botulinum enthalten. Während die Magensäure von älteren Kindern und Erwachsenen diese Erreger problemlos vernichtet, ist die Darmflora von Säuglingen noch nicht vollständig entwickelt. Die Sporen können dort auskeimen und das gefährliche Botulinumtoxin produzieren, was zu Säuglingsbotulismus führt. Haushaltszucker birgt dieses spezifische Risiko durch seine industrielle Verarbeitung nicht.
Ein weiterer viel diskutierter Aspekt ist der hohe Anteil an Fruktose. Während der Fruchtzucker den Blutzuckerspiegel nur langsam ansteigen lässt, birgt er andere Risiken. Fruktose wird fast ausschließlich über die Leber abgebaut. Werden regelmäßig massiv überhöhte Mengen an Fruktose aufgenommen, kann die Leber diese nicht mehr komplett verarbeiten und wandelt den Überschuss in Fett um. Dies kann langfristig zur Entwicklung einer nicht-alkoholischen Fettleber beitragen.
Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) macht bei ihren Richtlinien keinen Unterschied zwischen weißem Zucker, braunem Rohrzucker, Agavendicksaft oder Bienenprodukten. Alle diese Varianten fallen unter den Begriff der „freien Zucker“. Die Empfehlung lautet klar, die Zufuhr von freien Zuckern auf unter 10 Prozent der täglichen Gesamtenergieaufnahme zu beschränken, was bei einem durchschnittlichen Erwachsenen maximal 50 Gramm (besser noch 25 Gramm) pro Tag entspricht. Die Entscheidung zwischen den verschiedenen Produkten sollte daher eher geschmacklicher Natur sein, während die Gesamtdosierung bei beiden stark im Blick behalten werden muss.
Häufig gestellte Fragen
Kann man Haushaltszucker 1:1 durch Bienenhonig ersetzen?
Beim Backen funktioniert ein 1:1 Austausch nicht optimal, da die natürliche Alternative etwa 20 Prozent Wasser enthält und eine stärkere Süßkraft besitzt. Man verwendet in der Praxis nur 80 Gramm pro 100 Gramm gefordertem Zucker. Zusätzlich muss die im Rezept angegebene Flüssigkeit (Milch, Wasser) um etwa 20 bis 30 Milliliter reduziert werden, damit der Teig nicht zu flüssig wird. Auch die Backtemperatur sollte um rund 15 Grad Celsius gesenkt werden, um ein zu schnelles Bräunen der Oberfläche zu vermeiden.
Darf das flüssige Gold in heißen Tee eingerührt werden?
Wer von den gesunden Enzymen und hitzeempfindlichen Inhaltsstoffen profitieren möchte, darf das Naturprodukt nicht in kochend heiße Flüssigkeiten einrühren. Ab einer Temperatur von etwa 40 Grad Celsius beginnen die wertvollen Enzyme, Proteine und einige Vitamine dauerhaft zu denaturieren und werden wirkungslos. Um die positiven Eigenschaften vollständig zu erhalten, lässt man den Tee oder die Milch auf Trinktemperatur (höchstens handwarm) abkühlen, bevor man die Süße hinzufügt.
Nimmt man durch den Wechsel auf Honig beim Abnehmen schneller ab?
Ein bloßer Austausch des Süßungsmittels führt nicht automatisch zu einer Gewichtsabnahme, da beide Varianten eine hohe Kaloriendichte aufweisen. Die natürliche Alternative enthält zwar auf 100 Gramm berechnet etwa 20 Prozent weniger Kalorien als raffinierter Kristallzucker, ist aber durch den Wassergehalt schwerer, weshalb ein Teelöffel oft sogar mehr Kalorien liefert. Der einzige leichte Vorteil beim Abnehmen kann sein, dass man durch die etwas intensivere Süßkraft der freien Fruktose die Gesamtmenge an verwendeten Kohlenhydraten bei bewusster Dosierung leicht reduzieren kann.
Welche Sorte eignet sich am besten für einen stabilen Blutzuckerspiegel?
Für einen möglichst geringen Einfluss auf den Blutzuckerspiegel eignen sich Sorten mit einem von Natur aus sehr hohen Anteil an Fruchtzucker (Fruktose) und einem geringeren Anteil an Traubenzucker (Glukose). Vor allem reiner Akazienhonig sticht hier hervor, da er einen Glykämischen Index von unter 40 aufweist, was deutlich unter dem Wert von normalem Kristallzucker (ca. 65) liegt. Man erkennt stark fruktosehaltige Sorten meist daran, dass sie sehr lange flüssig bleiben und kaum dazu neigen, in der Speisekammer fest zu kristallisieren.
Fazit
Die Gegenüberstellung von raffiniertem Haushaltszucker und dem natürlichen Bienenprodukt zeigt ein differenziertes Bild, das sich nicht in ein simples „Gut“ oder „Schlecht“ einteilen lässt. Rein physiologisch betrachtet bleiben beide Substanzen hochkonzentrierte Kohlenhydratquellen, die den Blutzuckerspiegel beeinflussen und bei übermäßigem Konsum negative Auswirkungen auf die Zahngesundheit und den Stoffwechsel haben. Die Kalorienersparnis auf dem Papier wird durch die höhere Dichte und Schwere des flüssigen Produkts in der alltäglichen Handhabung oft wieder zunichtegemacht.
Dennoch bietet die naturbelassene Variante messbare Vorzüge in Form von komplexen Enzymen, Spurenelementen und sekundären Pflanzenstoffen. Werden diese Inhaltsstoffe nicht durch große Hitze beim Kochen oder Backen zerstört, stellen sie eine wertvolle qualitative Ergänzung dar, die dem isolierten Kristallzucker gänzlich fehlt. Auch die aromatische Vielfalt, die von milden Akazienblüten bis hin zu herbem Waldaroma reicht, bietet kulinarisch einen deutlichen Mehrwert. Letztlich empfiehlt sich ein sehr bewusster, sparsamer Umgang mit allen verfügbaren Süßungsmitteln, wobei der gelegentliche Griff zum naturbelassenen, kaltgeschleuderten Bienenprodukt für unerhitzte Speisen als die geringfügig vorteilhaftere Wahl betrachtet werden kann.




