Rezept: Cremige Ricotta Gnudi in aromatischer Salbeibutter

Mario Wormuth
Erstellt von: Mario Wormuth
15 Minuten Lesezeit

Kurz & knapp

Ricotta Gnudi sind traditionelle toskanische Teigklößchen, die im Kern aus cremigem Ricotta, Hartkäse und minimal Mehl bestehen. Sie schmecken wie die Füllung von Ravioli und überzeugen durch eine federleichte, schmelzende Textur, die von nussiger Salbeibutter perfekt untermalt wird.

Wer die italienische Küche schätzt, stößt früher oder später auf die toskanische Spezialität Gnudi (toskanisch für „nackt“). Bei diesem Gericht handelt es sich im Wesentlichen um die feine Füllung von Ravioli, die völlig ohne den umschließenden Nudelteig auskommt. Das Geheimnis dieses Klassikers liegt in einem äußerst sensiblen Gleichgewicht der Zutaten: Viel frischer Ricotta, eine würzige Note von Parmigiano Reggiano und Pecorino Romano sowie ein Minimum an Mehl sorgen dafür, dass die Klößchen beim Garen ihre Form behalten, im Mund jedoch wie eine Wolke zergehen. Die Zubereitung erfordert handwerkliche Präzision, belohnt jedoch mit einem unvergleichlich feinen Geschmack. Kombiniert mit einer klassischen Salbeibutter entfalten die Hauptzutaten ihr volles Aroma optimal, ohne von einer schweren Sauce überdeckt zu werden.

Das Wichtigste auf einen Blick

  • Schwierigkeit: Anspruchsvoll (präzise Feuchtigkeitskontrolle ist zwingend erforderlich)
  • Ideal für: Feinschmecker, die ein leichtes, vegetarisches Feiertags- oder Wochenendgericht suchen
  • Besonderheit: Luftig-cremige Struktur im deutlichen Kontrast zu festeren, klassischen Gnocchi
  • Schlüssel-Tipp: Den Ricotta extrem gründlich abtropfen lassen und den fertigen Teig so kurz wie möglich bearbeiten

Cremige Ricotta Gnudi in aromatischer Salbeibutter

Zarte, cremige Ricotta-Nocken ohne Kartoffeln, serviert in einer nussig gebräunten Salbeibutter mit frisch geriebenem Parmesan. Eine traditionelle toskanische Spezialität, die leicht gelingt und auf der Zunge zergeht.
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Vorbereitungszeit 30 Minuten
Zubereitungszeit 10 Minuten
Gesamtzeit 40 Minuten
Portionen 4 Portionen

Kochutensilien

  • 1 Feines Küchensieb Zum gründlichen Abtropfen des Ricottas
  • 1 Großer Kochtopf* Für das Sieden der Gnudi
  • 1 Beschichtete Pfanne Zum Aufschäumen der Salbeibutter
  • 1 Schaumlöffel / Abseihkelle Zum vorsichtigen Herausheben der Gnocchi
  • 1 Feine Reibe Für Parmesan und Muskatnuss

Zutaten
  

Für die Gnudi

  • 500 g Ricotta gut abgetropft
  • 50 g Parmigiano Reggiano frisch gerieben
  • 50 g Pecorino Romano frisch gerieben
  • 1 Stück Ei (Größe L) Zimmertemperatur
  • 1 Stück Eigelb (Größe L) Zimmertemperatur
  • 120 g Weizenmehl Type 405 plus extra Mehl zum Wenden
  • 1 Prise Muskatnuss frisch gerieben
  • 1 TL Salz für den Teig, plus Salz für das Kochwasser
  • 1 Prise Schwarzer Pfeffer frisch gemahlen

Für die Sauce und Garnitur

  • 80 g Butter ungesalzen
  • 12 Blätter Frischer Salbei gewaschen und trocken getupft

Anleitungen
 

  • Den Ricotta in ein feines, mit einem sauberen Küchentuch ausgelegtes Sieb geben. Das Sieb über eine Schüssel hängen und den Ricotta für mindestens 2 bis 3 Stunden (am besten über Nacht) im Kühlschrank abtropfen lassen, um überschüssige Flüssigkeit vollständig zu entziehen.
  • Den gut abgetropften, trockenen Ricotta in eine große Rührschüssel geben. Das ganze Ei, das zusätzliche Eigelb sowie den frisch geriebenen Parmigiano Reggiano und Pecorino Romano hinzufügen. Alle Zutaten mit einer Gabel luftig vermengen.
  • Die Ricotta-Mischung mit einem Teelöffel Salz, frisch gemahlenem schwarzen Pfeffer und einer kräftigen Prise frisch geriebener Muskatnuss würzen.
  • Das Weizenmehl darabsieben und vorsichtig unter die Masse heben. Nur so lange rühren, bis gerade eben ein homogener, noch leicht klebriger Teig entsteht. Zu langes Kneten macht die Gnudi später zäh statt weich.
  • Eine Arbeitsfläche oder ein Holzbrett großzügig mit Mehl bestreuen. Mit zwei Teelöffeln Nocken abstechen oder mit gut bemehlten Händen vorsichtig walnussgroße Bällchen formen. Die Gnudi sanft im Mehl wenden, sodass sie rundherum mit einer feinen Mehlschicht überzogen sind.
  • Einen großen Topf mit reichlich Wasser zum Kochen bringen. Sobald das Wasser kocht, kräftig salzen und die Hitze sofort reduzieren, sodass das Wasser nur noch leicht siedet. Die Gnudi dürfen nicht in sprudelndem Wasser kochen, da sie sonst zerfallen.
  • Die bemehlten Gnudi vorsichtig portionsweise in das siedende Wasser gleiten lassen. Sobald die Gnudi an die Wasseroberfläche steigen, die Hitze weiter reduzieren und die Klößchen für weitere 2 bis 3 Minuten ziehen lassen.
  • Parallel dazu die Butter in einer großen Pfanne bei mittlerer Hitze schmelzen lassen. Die Salbeiblätter hinzufügen und die Butter so lange erhitzen, bis sie leicht schäumt, eine hellbraune Farbe annimmt und ein wunderbar nussiges Aroma verströmt.
  • Die fertig gegarten Gnudi mit einem Schaumlöffel direkt aus dem Wasser heben, kurz abtropfen lassen und direkt in die Pfanne zur heißen Salbeibutter geben. Die Pfanne sanft schwenken, damit sich die gebräunte Butter gleichmäßig um die Gnudi verteilt.
  • Die heißen Ricotta Gnudi auf vorgewärmten Tellern anrichten. Mit der verbliebenen Salbeibutter beträufeln, den knusprigen Salbeiblättern garnieren und mit etwas zusätzlichem frisch geriebenem Parmesan servieren.

Notizen

💡 Wichtiger Konsistenz-Tipp: Die Feuchtigkeit des Ricottas bestimmt das Ergebnis. Sollte der Ricotta nach dem Abtropfen immer noch sehr feucht wirken, fügen Sie dem Teig esslöffelweise noch etwas Mehl hinzu. Machen Sie vor dem Formen aller Gnudi immer einen Probekoch-Test mit einem einzelnen Klößchen.
🌾 Mehl-Alternative: Für eine besonders traditionelle Struktur können Sie die geformten Gnudi in feinem Hartweizengrieß (Semola) statt Weizenmehl wenden. Dies sorgt für eine zarte, leicht strukturierte Außenhülle.
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Warum gelingen Ricotta Gnudi durch das Entziehen der Feuchtigkeit besser?

Das gründliche Abtropfen des Ricottas entzieht der Masse überschüssige Flüssigkeit, wodurch der Teig stabil bleibt, ohne dass Du große Mengen Mehl hinzufügen musst. Weniger Mehl im Teig sorgt dafür, dass die Gnudi nach dem Garen ihre charakteristische, federleichte und cremige Konsistenz im Inneren behalten und nicht zäh werden.

Ricotta enthält herstellungsbedingt einen sehr hohen Anteil an Molke. Verwendest Du das Produkt direkt aus dem Becher, verflüssigt sich der Teig beim Mischen sofort. Um dies auszugleichen, müsstest Du die Mehlmenge drastisch erhöhen. Die Folge wären schwere, gummiartige Klöße, die ihren feinen Geschmack verlieren. Durch das Aufhängen im Küchentuch für mindestens zwei bis drei Stunden – idealerweise aber über Nacht im Kühlschrank – tropft die überflüssige Feuchtigkeit vollständig ab. Zurück bleibt eine dichte, fast trockene Käsemasse, die sich perfekt binden lässt.

Welche Rolle spielen die Zutaten für die perfekte Konsistenz der Gnudi?

Die Zutaten bei Gnudi dienen nicht nur dem Geschmack, sondern fungieren als strukturelles Gerüst, bei dem Eiweiß und minimales Klebereiweiß die weiche Käsemasse beim Kochen zusammenhalten. Während der Ricotta als cremige Basis dient, steuern Parmigiano Reggiano und Pecorino Romano die nötige Würze sowie zusätzliche Trockenmasse bei, um den Teig zu festigen.

Das Zusammenspiel von Vollei und zusätzlichem Eigelb liefert wichtiges Lecithin, das als Emulgator wirkt und für ein reichhaltiges Mundgefühl sorgt. Das Weizenmehl (Type 405) dient lediglich als minimaler Binder und Schutzhülle. Wird dieses Gleichgewicht gestört – etwa durch zu feuchten Käse oder ein zu großes Ei –, leidet die Bindung und die Klößchen zerfallen im Wasser.

Im Vergleich: Ricotta Gnudi vs. Klassische Kartoffel-Gnocchi

Merkmal Ricotta Gnudi Kartoffel-Gnocchi
Hauptzutat Frischer Ricotta-Käse (Milchprodukt) Mehlig kochende Kartoffeln (Stärke)
Konsistenz Extrem weich, schmelzend, cremig Weich mit leichtem, elastischem Biss
Mehlanteil im Teig Minimal (ca. 120 g auf 500 g Käse) Moderat bis hoch (Sicherung der Struktur)
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Wie formst und garst Du die Gnudi, ohne dass sie im Wasser zerfallen?

Um das Zerfallen der Gnudi zu verhindern, musst Du sie behutsam formen, in einer gleichmäßigen Mehlschicht wälzen und ausschließlich in sanft siedendem – niemals sprudelnd kochendem – Salzwasser gar ziehen lassen. Das Mehl an der Oberfläche bildet beim Kontakt mit dem heißen Wasser sofort eine schützende Stärkeschicht, während sprudelndes Wasser die empfindliche Struktur mechanisch zerstören würde.

Achte beim Formen darauf, den Teig nicht zu stark zu pressen. Er soll luftig bleiben. Die feine Mehlschicht im Außenbereich geliert beim Einlegen in das Wasser augenblicklich und erzeugt eine hauchdünne, elastische Haut, die das cremige Innere schützt. Der Garprozess ist beendet, sobald die Klößchen an die Oberfläche steigen und dort noch zwei bis drei Minuten ziehen.

Profi-Tipp: Der Probelauf

Forme vor dem Kochen der gesamten Portion einen einzelnen „Probe-Gnudo“ und gib ihn in das siedende Wasser. Zerfällt er innerhalb der ersten Minute, enthält der Teig noch zu viel Feuchtigkeit. Hebe in diesem Fall vorsichtig ein bis zwei Esslöffel zusätzliches Mehl unter die verbliebene Masse.

Wichtiger Hinweis: Zu langes Kneten vermeiden

Sobald das Weizenmehl mit dem feuchten Ricotta und dem Ei in Kontakt kommt, beginnt sich das Glutennetzwerk aufzubauen. Knetest du den Teig zu lange oder zu intensiv, wird dieses Netzwerk zu stark. Die Gnudi verlieren dadurch ihre zarte Konsistenz und werden zäh statt cremig.

Wie lassen sich Ricotta Gnudi am besten aufbewahren und variieren?

Frische Ricotta Gnudi sollten idealerweise sofort verzehrt werden, lassen sich jedoch im rohen Zustand für einige Stunden auf einem bemehlten Brett im Kühlschrank lagern oder für bis zu drei Monate einfrieren. Bereits gekochte Gnudi verlieren beim Abkühlen an Struktur und eignen sich kaum zum klassischen Aufwärmen, können jedoch am Folgetag vorsichtig direkt in warmer Butter geschwenkt werden.

Wenn Du die Gnudi einfrieren möchtest, platziere die rohen, bemehlten Bällchen einzeln auf einem flachen Tablett und friere sie für mindestens zwei Stunden vor. Sobald sie fest sind, füllst Du sie in einen luftdichten Gefrierbeutel um. Zum Garen gibst Du die Gnudi direkt tiefgefroren in das siedende Salzwasser; die Kochzeit verlängert sich hierbei um etwa zwei bis drei Minuten.

Für eine geschmackliche Variation kannst Du dem Teig fein gehackten, extrem trocken gepressten Spinat hinzufügen (was sie zu den klassischen *Malfatti* macht) oder mit etwas frischem Zitronenabrieb eine sommerliche Frische in das Gericht bringen.

Häufig gestellte Fragen

Warum fallen meine Gnudi im Wasser auseinander?

Deine Gnudi zerfallen meistens, weil der Ricotta vor der Verarbeitung nicht ausreichend entwässert wurde oder das Kochwasser zu stark sprudelt. Die überschüssige Flüssigkeit im Teig verhindert, dass das Mehl und das Ei eine stabile Bindung aufbauen können. Stelle sicher, dass das Wasser nur minimal siedet, und führe vorab immer einen Probedurchlauf mit einem einzelnen Klößchen durch.

Kann ich für Gnudi auch Speisestärke statt Weizenmehl verwenden?

Speisestärke eignet sich nicht als vollständiger Ersatz für das Weizenmehl im Teig, da ihr das zur Bindung notwendige Klebereiweiß (Gluten) fehlt. Du kannst Speisestärke jedoch verwenden, um die geformten Gnudi vor dem Kochen darin zu wenden. Dies erzeugt eine besonders feine und glatte Außenhaut, hält die Klößchen im Inneren aber dennoch weich.

Was ist der Unterschied zwischen Ricotta Gnudi und Malfatti?

Der Begriff Malfatti bezeichnet im Grunde eine Variante der Gnudi, bei der dem Teig traditionell gedünsteter und extrem trocken gepresster Blattspinat hinzugefügt wird. Wörtlich übersetzt bedeutet Malfatti „schlecht gemacht“, was auf die unregelmäßige, rustikale Form der Klößchen anspielt. Reine Gnudi hingegen basieren primär auf der hellen Ricotta-Käsemasse ohne grünes Gemüse.

Fazit

Die Zubereitung von cremigen Ricotta Gnudi erfordert Geduld und ein gutes Gespür für Konsistenzen, belohnt Dich aber mit einem der feinsten Pastagerichte der italienischen Küche. Der Schlüssel zum Erfolg liegt im konsequenten Entzug der Feuchtigkeit aus dem Frischkäse und einem extrem behutsamen Umgang mit dem Teig während der Mehlzugabe. Wer diese handwerklichen Kniffe beachtet, kreiert ein Gericht, das durch pure Eleganz und geschmackliche Tiefe besticht.

Serviert in einer klassischen, nussig gebräunten Salbeibutter kommen die feinen Aromen von Muskatnuss, Pecorino und cremigem Ricotta ideal zur Geltung. Dieses traditionelle Rezept beweist eindrucksvoll, wie aus wenigen, hochwertigen Zutaten durch die richtige Technik ein wahrer Gaumenschmaus entsteht.

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Mario Wormuth
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Wir sind leidenschaftliche Pasta-Liebhaber und teilen hier unsere besten Rezepte, Kochtechniken und Tipps rund um die italienische Küche. Mit einer Liebe zu frischen Zutaten und traditionellen Zubereitungen bringen wir euch die Vielfalt der Pastagerichte direkt auf den Teller. Unser Ziel ist es, euch zu inspirieren, die italienische Küche zu Hause auf einfache Weise nachzukochen und zu genießen. Neben unserer Leidenschaft für Pasta betreiben wir auch weitere Blogs: Auf unserem Hunde-Blog teilen wir Tipps zur Pflege, Ernährung und dem Zusammenleben mit Hunden. Unser Liebe & Esoterik Blog bietet Einblicke in Beziehungen, Astrologie und spirituelle Themen. Für alle Pferdefreunde gibt es unseren Pferde-Blog, wo wir Wissen und Erfahrungsberichte rund um Reiten, Pferdehaltung und Training veröffentlichen. Egal, ob du auf der Suche nach neuen Rezepten bist oder dich für andere Themen interessierst – bei uns findest du spannende Artikel und wertvolle Tipps. Buon Appetito!