Kurz & knapp
Der Name Maccheroni stammt historisch vermutlich vom altgriechischen Wort „makaria“ ab, das eine traditionelle Gerstenbouillon oder Opferspeise zu Ehren der Verstorbenen bezeichnete. Eine alternative sprachwissenschaftliche Erklärung führt den Begriff auf das lateinische Verb „maccare“ zurück, was so viel wie „zerquetschen“, „pressen“ oder „kneten“ bedeutet und sich auf die handwerkliche Herstellung des Teigs bezieht.
Die Welt der italienischen Pasta ist ebenso vielfältig wie ihre Geschichte. Unter den zahllosen Nudelformen nehmen die Maccheroni eine Sonderstellung ein. Kaum eine andere Teigware wird international so unterschiedlich interpretiert, und kaum ein Name weckt so viele kulinarische Assoziationen – vom klassischen deutschen Auflauf über amerikanische „Mac and Cheese“ bis hin zu traditionellen italienischen Pastagerichten. Doch die Suche nach dem Ursprung dieser Bezeichnung führt weit in die Vergangenheit zurück und berührt die antike Philologie, die Geografie des Mittelmeerraums und die Geschichte der Teigwaren-Herstellung.
Wer wissen möchte, warum diese Röhrennudeln ihren Namen tragen, muss eine Reise durch verschiedene Epochen und Sprachen antreten. Die Etymologie der Maccheroni ist eng mit der Migration von Völkern, dem Handel im Mittelmeerraum und dem Wandel der Kochtechniken verbunden. Dabei zeigt sich, dass der Begriff im Laufe der Jahrhunderte einen bemerkenswerten Bedeutungswandel vollzogen hat: Aus einer rituellen Speise der Antike wurde ein Universen umspannender Sammelbegriff für Teigwaren, der sich schließlich zu einer hochspezifischen Nudelform entwickelte.
Das Wichtigste auf einen Blick
- Altgriechischer Ursprung: Verbindung zu „makaria“, einer rituellen Speise aus Gerstenmehl, die bei Totenfeiern gegessen wurde.
- Lateinischer Einfluss: Herleitung von „maccare“ (kneten, zerquetschen), was den intensiven Herstellungsprozess des Nudelteigs beschreibt.
- Bedeutungswandel: Bis ins 18. Jahrhundert hinein war „Maccheroni“ im Ausland und in Teilen Italiens ein Synonym für Pasta im Allgemeinen.
- Regionale Vielfalt: In Italien sind Maccheroni meist kurze, gebogene Röhren, während man in Deutschland lange, hohle Nudeln darunter versteht.
- Kulinarische Physik: Die hohle Form dient dazu, schwere, stückige Saucen optimal im Inneren der Nudel aufzunehmen.
Woher kommt der Begriff Maccheroni historisch gesehen?
Die sprachlichen Wurzeln des Begriffs Maccheroni liegen nach Ansicht der meisten Etymologen im antiken Griechenland, von wo aus sie über das lateinische Sprachgebiet ihren Weg ins Italienische fanden. Der am weitesten anerkannte Erklärungsansatz verweist auf das griechische Wort „makaria“ (μακαρία), welches eine Opferspeise bezeichnete, die traditionell bei Beerdigungen gereicht wurde. Hierbei handelte es sich um eine Art Brei oder Kuchen aus Gerstenmehl und Wasser, der den Verstorbenen gewidmet war. Da das griechische Wort „makarios“ übersetzt „gesegnet“ oder „selig“ bedeutet, stand diese Speise in direktem Bezug zum Zustand der Toten im Jenseits.
Eine zweite, ebenfalls unter Sprachforschern verbreitete Theorie führt das Wort auf den vulgärlateinischen Begriff „maccare“ zurück. Dieses Verb bedeutet „zerquetschen“, „zerstampfen“ oder „kneten“. Diese Erklärung besitzt eine hohe kulinarische Plausibilität, da die Herstellung von Nudelteig vor allem in der vorindustriellen Ära eine enorme körperliche Kraftanstrengung erforderte. Der Teig aus Hartweizengrieß und Wasser musste intensiv geknetet und gepresst werden, um die nötige Elastizität und Stärkespannung aufzubauen. Aus diesem mechanischen Arbeitsvorgang könnte sich die Bezeichnung für das Endprodukt entwickelt haben.
Bereits im frühen Mittelalter breitete sich der Begriff im süditalienischen Raum aus. Durch den Einfluss des Byzantinischen Reiches in Regionen wie Sizilien und Kampanien verschmolzen griechische und lateinische Sprachentwicklungen. Dokumente aus dem 11. und 12. Jahrhundert erwähnen zunehmend teigbasierte Speisen, die lautmalerisch an die heutigen Maccheroni erinnern. Unabhängig davon, ob nun die religiös-rituelle Bedeutung der „makaria“ oder das handwerkliche Kneten des „maccare“ im Vordergrund stand: Die Bezeichnung etablierte sich fest im kollektiven Gedächtnis der italienischen Halbinsel.
Welche Bedeutung hatte das Wort in der altitalienischen Sprache?
Im historischen Italien, insbesondere vom späten Mittelalter bis weit in die Renaissance hinein, wurde der Begriff Maccheroni nicht für eine spezifische hohle Nudelform, sondern als allgemeiner Oberbegriff für Pasta aller Art verwendet. Wer damals von Maccheroni sprach, meinte in der Regel Teigwaren im Allgemeinen, unabhängig davon, ob sie flach, dick, lang, kurz, gefüllt oder hohl waren. Diese unspezifische Nutzung spiegelt sich auch in literarischen Werken wider, in welchen Teigwaren eine symbolische Rolle für Wohlstand und Sättigung spielten.
Ein berühmtes Beispiel hierfür findet sich in Giovanni Boccaccios Meisterwerk „Decameron“ aus dem 14. Jahrhundert. Im dritten Kapitel des achten Tages beschreibt er das fiktive Schlaraffenland „Bengodi“, in dem ein ganzer Berg aus geriebenem Parmesankäse steht. Auf diesem Berg leben Menschen, die nichts anderes tun, als Maccheroni und Ravioli zu kochen, um sie dann im köstlichen Kapaunenbrühe-Sud hinabrollen zu lassen. Diese literarische Erwähnung beweist, dass Maccheroni bereits im 14. Jahrhundert fest in der italienischen Alltagskultur verankert waren und als Inbegriff des kulinarischen Genusses galten.
Der Wandel von der allgemeinen Bezeichnung hin zur spezifischen Röhrennudel vollzog sich erst im Laufe des 17. und 18. Jahrhunderts, als sich das Zentrum der Pasta-Herstellung von Sizilien nach Neapel verlagerte. In Neapel entwickelte sich die Methode, Teig durch mechanische Pressen und Schablonen aus Bronze zu drücken. Auf diese Weise konnten erstmals reproduzierbare, hohle Röhrennudeln in großem Stil hergestellt werden. Die neapolitanischen Bürger, die bis dahin vor allem für ihren Gemüse- und Kohlkonsum bekannt waren („mangiafoglia“), wurden aufgrund ihres enormen Konsums dieser neuen Röhrennudeln fortan als „mangiamaccheroni“ (Makkaronifresser) bezeichnet.
Gut zu wissen
In der neapolitanischen Kultur des 18. und 19. Jahrhunderts war das Essen von Maccheroni ein echtes Straßenschauspiel. Die Nudeln wurden ohne Sauce, nur mit Schmalz und Käse verfeinert, direkt mit den Händen aus fliegenden Garküchen gekauft, hochgehalten und geschickt in den Mund gleiten gelassen. Besteck galt bei diesem Volksgericht als überflüssiger Luxus.
Wie unterscheiden sich italienische Maccheroni von deutschen Makkaroni?
Der wesentliche Unterschied zwischen italienischen Maccheroni und deutschen Makkaroni liegt in der Länge und der Form der Teigwaren. Während man in Deutschland unter dem Begriff „Makkaroni“ lange, gerade und hohle Nudelröhren versteht, die meist für Aufläufe in Stücke gebrochen werden, bezeichnet das Wort „Maccheroni“ in Italien traditionell kurze, leicht gebogene Nudeln mit einer hohlen Mitte und einer rauen Oberfläche. Diese begriffliche Weiche zeigt, wie stark sich Bezeichnungen im Zuge des Exports über Landesgrenzen hinweg verändern können.
In Italien gehört die hohle Form zur Gruppe der „Pasta corta“ (kurze Pasta). Sie ist eng verwandt mit den Chifferi oder den amerikanischen Elbow Macaroni. Die Krümmung entsteht während des industriellen oder handwerklichen Pressvorgangs, wenn der Teig ungleichmäßig aus der runden Düse austritt. Deutsche Makkaroni hingegen gehören zur „Pasta lunga“ (lange Pasta) und ähneln optisch dicken Spaghetti mit einem durchgehenden Loch. Sie müssen bei der Trocknung hängend transportiert werden, was produktionstechnisch eine eigene Herausforderung darstellt.
Auch die kulinarische Verwendung unterscheidet sich durch diese Formgebung erheblich. Die langen, deutschen Makkaroni werden häufig als Ganzes gekocht und für klassische Aufläufe mit Schinken und Sahne-Ei-Guss verwendet. In Italien hingegen werden die kurzen Maccheroni wegen ihrer kompakten Form bevorzugt in Pfannengerichten geschwenkt oder mit dicken Gemüse- und Fleischsaucen kombiniert. Die verschiedenen Dimensionen bestimmen maßgeblich, wie sich die Nudel im Mund anfühlt und wie viel Sauce sie aufnehmen kann.
Im Vergleich: Maccheroni im Ländertypus
| Eigenschaft | Italienische Maccheroni | Deutsche Makkaroni | US-amerikanische Macaroni |
|---|---|---|---|
| Form | Kurz, leicht gebogen, hohl | Lang, gerade, hohl (röhrenförmig) | Sehr kurz, stark gebogen („Elbow“) |
| Typische Sauce | Fleischragout (Ragù), Tomatensauce | Sahnesauce, Käsesauce im Auflauf | Flüssige, intensive Schmelzkäsesauce |
| Konsistenz | Bissfest (Al dente) | Weicher, oft im Ofen nachgegart | Sehr weich, cremig gebunden |
Wie wird die Nudelsorte traditionell in der Küche verwendet?
Traditionell werden Maccheroni in der italienischen Küche mit deftigen, stückigen Saucen serviert, da das Loch im Inneren der Nudel wie eine natürliche Tasche für Sauce und Fleischstücke fungiert. Durch den Pressvorgang unter hohem Druck entsteht eine raue Außenseite, die zusätzliche Haftung bietet. Im Gegensatz zu glatten, feinen Nudelsorten wie Spaghetti rutschen cremige oder stückige Saucenbestandteile hier nicht ab, sondern sammeln sich im Hohlraum an. Dies garantiert bei jedem Bissen ein ausgewogenes Verhältnis von Pasta und Sauce.
Ein absoluter Klassiker der süditalienischen Küche ist die Kombination der Maccheroni mit einem langsam geschmorten Ragù Napoletano. Dieses Ragù unterscheidet sich von der bekannteren Bolognese dadurch, dass ganze Fleischstücke über viele Stunden in einer reichhaltigen Tomatensauce simmern, bis sie zerfallen. Die intensive, tiefrote Sauce fließt beim Schwenken der Pasta direkt in die hohlen Nudeln hinein. Auch vegetarische Kombinationen mit Auberginen, Tomatensauce und gesalzenem Ricotta (wie bei der sizilianischen „Pasta alla Norma“) harmonieren perfekt mit dieser hohlen Pastaform.
Darüber hinaus eignen sich Maccheroni aufgrund ihrer robusten Struktur hervorragend für Auflaufgerichte („Pasta al Forno“). Da die Nudeln dickwandiger sind als manch andere Pastasorte, behalten sie auch nach dem Kochen und dem anschließenden Backprozess im Ofen ihre Form und matschen nicht so leicht. Sie stützen die Struktur des Auflaufs und nehmen die Feuchtigkeit aus Béchamelsauce, Mozzarella oder Ragù auf, ohne ihre typische Elastizität einzubüßen.
Welche typischen Fehler entstehen bei der Zubereitung von Maccheroni?
Der häufigste Fehler bei der Zubereitung von Maccheroni ist das Überkochen der Pasta, wodurch die hohlraumstabilisierende Struktur kollabiert und die Nudeln schlaff und matschig werden. Da es sich um hohle Röhren handelt, gart diese Nudelsorte theoretisch von zwei Seiten gleichzeitig – von außen und durch das eindringende Wasser von innen. Dies verkürzt das optimale Zeitfenster für den perfekten „Al dente“-Biss massiv. Sobald die Nudel zu weich wird, kleben die Innenwände zusammen und der physikalische Vorteil der Saucenaufnahme geht verloren.
Ein weiterer vermeidbarer Fehler ist das Abschrecken der fertigen Pasta mit kaltem Wasser nach dem Abgießen. Durch das Abschrecken wird der feine Stärkefilm auf der Oberfläche der Nudeln abgespült. Genau diese Stärke ist jedoch essenziell, damit sich die Nudeloberfläche später molekular mit der Sauce verbinden kann. Ohne diesen Klebeeffekt rutscht selbst die beste Sauce einfach von der glatten Nudel ab und sammelt sich ungenutzt am Boden des Tellers.
Achtung
Maccheroni niemals in einem zu kleinen Topf mit zu wenig Wasser kochen. Durch die hohle Form nehmen diese Nudeln beim Ausquellen extrem viel Flüssigkeit auf. Ist zu wenig Wasser im Topf, steigt die Stärkekonzentration im Wasser rasant an, das Wasser wird zähflüssig und die Nudeln kleben unweigerlich aneinander oder am Topfboden fest.
Zuletzt vernachlässigen viele Köche das Salzen des Kochwassers zum richtigen Zeitpunkt oder im richtigen Verhältnis. Nudelteig aus Hartweizengrieß besitzt von Natur aus kaum Eigengeschmack. Die Stärkekörner quellen während des Kochens im heißen Wasser auf und schließen dabei das umgebende Wasser – und somit auch das darin gelöste Salz – in ihre molekulare Struktur ein. Wird das Salz erst nach dem Kochen hinzugefügt, bleibt die Pasta im Kern fade, da das Salz nicht mehr in die bereits verkleisterte Stärkematrix eindringen kann. Als Faustregel gilt: 10 Gramm Salz auf 100 Gramm Pasta und 1 Liter Wasser.
Profi-Tipp
Gießen Sie die Maccheroni immer ein bis zwei Minuten vor dem Ende der auf der Packung angegebenen Garzeit ab. Geben Sie die noch unfertigen Nudeln direkt in die erhitzte Sauce in der Pfanne und gießen Sie eine Kelle des stärkehaltigen Pastakochwassers hinzu. Lassen Sie die Nudeln in der Sauce fertig garen. Die Stärke emulgiert mit den Fetten der Sauce und sorgt für eine perfekt sämige Bindung.
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Haeufig gestellte Fragen
Was bedeutet das Wort Makkaroni auf Deutsch?
Das Wort Makkaroni hat im Deutschen keine direkte wörtliche Übersetzung, da es sich um ein historisches Lehnwort aus dem Italienischen handelt. Es lässt sich etymologisch auf das altgriechische Wort „makaria“ zurückführen, welches eine rituelle Speise aus Gerstenmehl bezeichnete. Im heutigen deutschen Sprachgebrauch versteht man unter Makkaroni schlicht eine hohle, röhrenförmige Nudelsorte von beachtlicher Länge. Der Begriff beschreibt somit primär die geometrische Form der Teigware.
Sind Makkaroni und Maccheroni dasselbe?
Makkaroni und Maccheroni beschreiben im Kern dieselbe Nudelfamilie, weisen jedoch je nach Land gravierende Unterschiede im Aussehen auf. In Deutschland versteht man unter Makkaroni lange, gerade Hohlnudeln, während das italienische Wort Maccheroni kurze, leicht gebogene Röhrennudeln meint. In den USA wiederum bezieht sich der Begriff „Macaroni“ fast ausschließlich auf die sehr kurzen, stark gekrümmten Hörnchennudeln, die für das Gericht „Mac and Cheese“ verwendet werden. Somit hängt die Definition stark vom geografischen Kontext ab.
Warum haben Maccheroni ein Loch in der Mitte?
Das Loch in der Mitte der Maccheroni erfüllt eine wichtige kulinarische Funktion, da es die Oberfläche der Nudel dramatisch vergrößert und als Saucenfänger dient. Flüssige sowie stückige Saucen fließen beim Vermengen direkt in den Hohlraum hinein und haften dort hervorragend an den Innenwänden. Zudem sorgt die Röhrenform beim Kochen dafür, dass die Hitze die Nudel gleichzeitig von außen und von innen durchdringen kann, was zu einem gleichmäßigeren Garprozess der relativ dicken Teigwand führt.
Wer hat die Makkaroni-Nudel erfunden?
Die Erfindung der Makkaroni lässt sich keinem einzelnen Erfinder zuschreiben, sondern ist das Ergebnis einer jahrhundertelangen Evolution der mediterranen Teigwarenkultur. Die Technik, Teigwaren zu trocknen, um sie haltbar zu machen, wurde maßgeblich von arabischen Kulturen im Mittelalter nach Sizilien gebracht. Im neapolitanischen Raum des 17. und 18. Jahrhunderts wurde die Produktion durch den Einsatz mechanischer Pressen revolutioniert, wodurch die hohle Röhrenform, wie man sie heute kennt, massentauglich hergestellt werden konnte.
Aus welchem Getreide bestehen traditionelle Maccheroni?
Traditionelle italienische Maccheroni bestehen ausschließlich aus Hartweizengrieß (Durumweizen) und Wasser. Hartweizengrieß besitzt im Vergleich zu Weichweizenmehl einen wesentlich höheren Proteingehalt und eine extrem feste Glutenstruktur. Diese Eigenschaften sind zwingend notwendig, damit die Pasta beim Kochen ihre Form behält, nicht matschig wird und den gewünschten bissfesten Charakter („al dente“) bewahrt. In Deutschland hergestellte Makkaroni enthalten hingegen aus Tradition manchmal auch Eianteile, was in Italien gesetzlich für getrocknete Pasta reglementiert bzw. unüblich ist.
Fazit
Die Herkunft des Namens Maccheroni offenbart eine faszinierende Reise durch die Kulturgeschichte des Mittelmeerraums. Ob man den Ursprung im altgriechischen Begriff für die gesegnete Totenspeise sucht oder im lateinischen Ausdruck für das anstrengende Kneten des Teiges – fest steht, dass sich hinter der heute so geläufigen Nudel ein beachtlicher historischer Tiefgang verbirgt. Aus einem einstigen krisenfesten Grundnahrungsmittel des neapolitanischen Volkes wurde ein weltweiter Exportschlager, dessen begriffliche Auslegung noch heute von Land zu Land variiert.
In der modernen Küche behaupten sich die Röhrennudeln durch ihre physikalischen Vorzüge. Ihr hohles Inneres ist meisterhaft darauf ausgelegt, schwere, geschmacksintensive Saucen einzufangen und Gerichte wie Aufläufe oder Fleischragouts auf ein neues Niveau zu heben. Wer die typischen Fehler bei der Zubereitung vermeidet – vor allem das Überkochen und das Abschrecken mit kaltem Wasser –, wird mit einem authentischen, geschmacksintensiven Pasta-Erlebnis belohnt, das die lange Tradition dieser historischen Teigware angemessen würdigt.
Passende Rezepte zum Ausprobieren

Herzhafte Maccheroni alla Calabrese: Pikante Pasta mit Schinken-Tomatensoße
Zutaten
Zutaten für die Soße und Pasta
- 400 g Maccheroni (oder Penne Rigate)
- 200 g hochwertiger Kochschinken (Prosciutto Cotto) in kleine Würfel geschnitten
- 1 Dose (400g) stückige Tomaten
- 1 große gelbe Zwiebel fein gehackt
- 2 Zehen Knoblauch fein gehackt
- 3 EL Natives Olivenöl Extra
- 100 ml trockener Weißwein
- 1/2 TL Kalabrische Peperoncino-Flocken oder Chiliflocken, nach Geschmack anpassen
- 50 g frisch geriebener Pecorino-Käse plus extra zum Servieren
- 1 kleiner Bund glatte Petersilie frisch gehackt
Anleitungen
- Vorbereitung: Zwiebel und Knoblauch schälen und fein hacken. Den Kochschinken in ca. 1 cm große Würfel schneiden. Die Petersilie waschen, trockenschütteln und ebenfalls fein hacken.
- Soßenbasis ansetzen: In einer großen, tiefen Pfanne oder einem Schmortopf das Olivenöl bei mittlerer Hitze erwärmen. Die gehackte Zwiebel hinzufügen und für ca. 4-5 Minuten glasig dünsten. Anschließend den gehackten Knoblauch und die Peperoncino-Flocken dazugeben und für eine weitere Minute unter ständigem Rühren mitdünsten, bis es aromatisch duftet.
- Schinken anbraten: Die Schinkenwürfel in die Pfanne geben und die Hitze leicht erhöhen. Den Schinken für 3-4 Minuten anbraten, bis er an den Rändern leicht gebräunt und knusprig ist. Dies setzt köstliche Röstaromen frei, die der Soße Tiefe verleihen.
- Ablöschen und einkochen: Mit dem trockenen Weißwein ablöschen und mit einem Holzlöffel den Bratensatz vom Pfannenboden kratzen. Den Wein bei mittlerer bis hoher Hitze fast vollständig einkochen lassen.
- Soße köcheln lassen: Die stückigen Tomaten in die Pfanne geben. Mit Salz und frisch gemahlenem schwarzem Pfeffer würzen. Alles gut verrühren, die Hitze reduzieren und die Soße zugedeckt für mindestens 15-20 Minuten sanft köcheln lassen. Je länger sie köchelt, desto intensiver wird der Geschmack.
- Pasta kochen: Während die Soße köchelt, in einem großen Topf reichlich Salzwasser zum Kochen bringen. Die Maccheroni nach Packungsanweisung bissfest (al dente) kochen.
- Pasta und Soße vereinen: Kurz bevor die Pasta fertig ist, eine Tasse (ca. 200 ml) des stärkehaltigen Pastawassers abschöpfen und beiseitestellen. Die Pasta abgießen und sofort zur Soße in die Pfanne geben. Etwa die Hälfte des geriebenen Pecorinos und den Großteil der gehackten Petersilie hinzufügen.
- Fertigstellen und Servieren: Alles kräftig vermischen, sodass die Pasta vollständig von der Soße überzogen ist. Bei Bedarf etwas von dem aufgefangenen Pastawasser hinzufügen, um die Soße cremiger und geschmeidiger zu machen und sie perfekt an die Pasta zu binden. Die Maccheroni alla Calabrese sofort auf vorgewärmten Tellern anrichten, mit dem restlichen Pecorino und der übrigen Petersilie bestreuen und heiß genießen.
Notizen
- Pasta-Wahl: Falls Sie keine Maccheroni zur Hand haben, eignen sich auch andere kurze Pastaformen mit Rillen oder Hohlräumen wie Penne Rigate, Rigatoni oder Tortiglioni hervorragend. Sie nehmen die würzige Soße besonders gut auf.
- Schärfegrad anpassen: Die Menge der Peperoncino-Flocken kann je nach Vorliebe für Schärfe angepasst werden. Für ein milderes Gericht die Menge reduzieren oder für einen echten kalabrischen "Kick" erhöhen.
- Der Geheimtipp Pastawasser: Heben Sie immer etwas Kochwasser der Pasta auf! Die darin enthaltene Stärke hilft, die Soße zu binden und verleiht dem Gericht eine wunderbar cremige Konsistenz, ganz ohne Sahne.
- Zusätzliches Aroma: Für eine noch intensivere Note können Sie zusammen mit den Tomaten auch einen Teelöffel Tomatenmark zur Soße geben und kurz mitrösten, bevor Sie mit dem Wein ablöschen.




