Kurz & knapp
Kitsune Udon ist eine traditionelle japanische Nudelsuppe, die aus dicken Weizennudeln in einer mild-würzigen Dashi-Brühe besteht und mit saftigem, süß-salzig eingekochtem Aburaage-Tofu gekrönt wird. Das Gericht verbindet tiefe Umami-Noten mit einer feinen Süße und gilt in Japan als klassisches Wohlfühlessen.
Kitsune Udon gehört zu den beliebtesten Alltagsgerichten der japanischen Küche. Wer eine authentische Suppe sucht, die tiefe Umami-Aromen mit einer feinen Süße verbindet, findet hier ein klassisches Konzept. Das Herzstück des Gerichts sind die dicken, elastischen Udon-Nudeln, die in einer klaren, geschmacksintensiven Dashi-Brühe serviert werden. Den charakteristischen Kontrast liefert der Aburaage-Tofu: Frittierte Tofutaschen, die in einer Mischung aus Sojasauce, Mirin und Zucker pochiert werden, bis sie sich voll saugen und beim Hineinbeißen ihren süß-würzigen Saft freigeben. Dieses gelungene Zusammenspiel macht Kitsune Udon zu einem Paradebeispiel für die japanische Kochphilosophie, die auf unverfälschte Zutaten und eine harmonische Balance setzt. Die Zubereitung zu Hause erfordert nur wenige Handgriffe, sofern die Grundlagen der Brühenherstellung verstanden sind.
Das Wichtigste auf einen Blick
- Schwierigkeit: Einfach
- Ideal fuer: Liebhaber der schnellen japanischen Küche, die ein wärmendes, authentisches Gericht suchen.
- Besonderheit: Der geschmackliche Kontrast zwischen der salzig-herzhaften Brühe und dem süßlich-saftigen Tofu.
- Schluessel-Tipp: Das vorherige Abgießen des Tofus mit kochendem Wasser entfernt überschüssiges Öl und sorgt für maximale Saugfähigkeit.

Japanische Kitsune Udon mit würzigem Dashi und saftigem Tofu
Kochutensilien
- 1 Großer Kochtopf* Für die Brühe und das Kochen der Nudeln
- 1 Kleiner Topf Zuständig für das Schmoren der Tofutaschen
- 1 Küchensieb Zum Abgießen und Abschrecken der Udon-Nudeln
- 1 Schöpfkelle* Zum präzisen Portionieren der heißen Dashi-Brühe
Zutaten
Geschmorter Tofu (Kitsune)
- 4 Stück Aburaage (frittierte japanische Tofutaschen) Gibt es im Asia-Markt im Tiefkühlregal
- 150 ml Wasser
- 2 EL Sojasauce Vorzugsweise japanische Sojasauce
- 2 EL Mirin (süßer Reiswein)
- 1 EL Zucker
Dashi-Brühe & Nudeln
- 1.2 l Dashi-Brühe Aus Kombu-Algen und Bonitoflocken selbstgemacht oder aus Dashi-Pulver zubereitet
- 3 EL Helle Sojasauce (Usukuchi) Sorgt für die typisch helle Farbe der Suppe
- 2 EL Mirin
- 1 TL Salz Nach Geschmack anpassen
- 800 g Frische Udon-Nudeln Alternativ tiefgekühlt oder getrocknet (Zubereitungszeit anpassen)
Garnitur
- 2 Stängel Frühlingszwiebeln In feine Ringe geschnitten
- 1 Prise Shichimi Togarashi (japanische Sieben-Gewürzmischung) Für eine angenehme, würzige Schärfe
Anleitungen
- Zuerst die Aburaage-Tofutaschen in eine Schüssel legen und mit kochendem Wasser übergießen. Mit einem Löffel vorsichtig ausdrücken, um überschüssiges Öl zu entfernen. Anschließend die Tofutaschen halbieren und sanft trocken tupfen.
- In einem kleinen Topf 150 ml Wasser, 2 EL Sojasauce, 2 EL Mirin und 1 EL Zucker verrühren und zum Kochen bringen. Die vorbereiteten Tofutaschen hineinlegen. Die Hitze reduzieren und den Tofu bei mittlerer Hitze circa 10 bis 12 Minuten köcheln lassen, bis fast die gesamte Flüssigkeit aufgesaugt wurde. Den Topf vom Herd nehmen und den Saft im Tofu ziehen lassen.
- In einem großen Topf die 1,2 Liter Dashi-Brühe, die helle Sojasauce, 2 EL Mirin und Salz erhitzen, bis die Suppe leicht siedet. Die Brühe warm halten.
- Einen separaten Topf mit reichlich Wasser zum Kochen bringen. Die frischen Udon-Nudeln darin für circa 1 bis 2 Minuten kochen lassen (bzw. nach Packungsanweisung), damit sie sich voneinander lösen und heiß werden. Die Nudeln durch das Küchensieb abgießen und gründlich abtropfen lassen.
- Die abgetropften Udon-Nudeln gleichmäßig auf vier vorgewärmte Suppenschalen verteilen. Die heiße Dashi-Brühe mit der Schöpfkelle über die Nudeln gießen.
- Auf jede Portion ein bis zwei der süßlich-saftigen Tofutaschen legen. Mit den feinen Frühlingszwiebelringen garnieren und nach Belieben mit einer Prise Shichimi Togarashi bestreuen. Sofort heiß servieren.
Notizen
Wichtige Zubereitungshinweise
- Entölen des Tofus: Das Überbrühen der Aburaage-Tofutaschen mit heißem Wasser ist ein essentieller Schritt. Dadurch wird das Frittieröl ausgewaschen, wodurch die Poren des Tofus geöffnet werden und er die würzige Schmorflüssigkeit deutlich besser aufnehmen kann.
- Vegane Variante: Für eine komplett vegetarische oder vegane Version des Gerichts kann die klassische Dashi (die oft getrocknete Bonitoflocken enthält) durch ein reines Kombu-Dashi (aus Seetang) oder ein Shiitake-Kombu-Dashi ersetzt werden.
- Helle Sojasauce (Usukuchi): Diese Sojasauce ist salziger als dunkle Sojasauce, hält die Brühe jedoch klar und bernsteinfarben. Sollte nur dunkle Sojasauce vorhanden sein, reduzieren Sie die Menge leicht, um die Suppe nicht zu dunkel zu färben.
Warum ist das Überbrühen des Tofus vor dem Kochen notwendig?
Das Überbrühen der frittierten Tofutaschen (Aburaage) mit kochendem Wasser entfernt überschüssiges Frittieröl und öffnet die Poren des Tofus, damit er die süß-saure Würzsauce optimal aufsaugen kann. Da Aburaage in heißem Öl schwimmend ausgebacken wird, haftet an der Oberfläche ein Fettfilm, der das Eindringen anderer Aromen blockiert. Würdest Du diesen Schritt überspringen, bliebe die Würzsauce nur oberflächlich haften und das Öl würde zudem den feinen Geschmack der Dashi-Brühe überdecken.
Nach dem Überbrühen verhält sich die Struktur des Tofus wie ein Schwamm. Wenn Du den vorbereiteten Aburaage-Tofu anschließend in der Reduktion aus Sojasauce, Mirin und Zucker köchelst, füllen sich die Hohlräume vollständig mit der Flüssigkeit. Das sorgt beim Kauen für den gewünschten Effekt, bei dem die süßliche Würze im Mund freigesetzt wird und sich harmonisch mit der salzigen Brühe der Suppe verbindet.
Welche Zutaten bestimmen den typischen Geschmack von Kitsune Udon?
Der Geschmack von Kitsune Udon basiert maßgeblich auf der Qualität der Umami-reichen Dashi-Brühe, der hellen Sojasauce (Usukuchi) und dem süßen Reiswein (Mirin). Jede dieser Komponenten erfüllt eine präzise sensorische Funktion in der Brühe.
Dashi liefert die geschmackliche Basis über Glutaminsäure (aus Kombu-Algen) und Inosinsäure (aus Bonitoflocken). Die Wahl der Sojasauce entscheidet nicht nur über das Aroma, sondern auch über die Ästhetik des Gerichts. Hierbei gibt es deutliche Unterschiede in der Anwendung:
Im Vergleich: Helle vs. Dunkle Sojasauce
| Eigenschaft | Helle Sojasauce (Usukuchi) | Dunkle Standard-Sojasauce (Koichuchi) |
|---|---|---|
| Farbe in der Suppe | Sehr hell und klar; die goldene Farbe der Dashi-Brühe bleibt erhalten. | Dunkelbraun; trübt die optische Klarheit der Brühe ein. |
| Salzgehalt | Höher; salzt die Suppe effektiv, ohne dass man viel Flüssigkeit benötigt. | Niedriger; erfordert größere Mengen, was die Suppe dunkler macht. |
| Aroma-Profil | Dezent, leicht fruchtig; stellt das Dashi-Aroma in den Vordergrund. | Kräftig, malzig; dominiert den feinen Geschmack des Fischfonds. |
Mirin wiederum steuert eine glänzende Süße und Tiefe bei, die durch gewöhnlichen Haushaltszucker allein nicht erreicht wird. Da echter Mirin durch Fermentation entsteht, bindet der enthaltene Alkohol (der beim Kochen verfliegt) die Aromen und rundet die Würze der hellen Sojasauce ab.
Wie gelingt die optimale Konsistenz der Udon-Nudeln beim Kochen?
Für die optimale Konsistenz der Udon-Nudeln müssen diese in reichlich sprudelndem Wasser separat gegart und nach dem Abgießen direkt in vorgewärmte Schalen portioniert werden. Ein häufiger Fehler ist das direkte Mitkochen der Nudeln in der Dashi-Brühe. Dadurch gibt die Stärke der Nudeln an die Suppe ab, wodurch die Brühe trüb und dickflüssig wird.
Das separate Kochen garantiert, dass die Oberfläche der Nudeln elastisch bleibt und die Reißfestigkeit (der in Japan geschätzte „Koshi“-Biss) erhalten bleibt. Zudem kühlt die Brühe nicht aus, wenn die Nudeln direkt nach dem kurzen Abschrecken oder Abtropfen mit der kochend heißen Brühe übergossen werden.
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Profi-Tipp
Verwende nach Möglichkeit tiefgekühlte Udon-Nudeln (sogenannte Sanuki Udon) aus dem asiatischen Supermarkt. Im Gegensatz zu getrockneten Nudeln behalten diese nach dem kurzen Erhitzen ihre charakteristische, elastisch-kaubare Struktur, die für das authentische Mundgefühl entscheidend ist.
Wie lässt sich Kitsune Udon lagern, aufwärmen und variieren?
Kitsune Udon lässt sich durch die Zugabe von Gemüse wie Bok Choy oder Pilzen variieren, während für die Lagerung Brühe, Nudeln und Tofu zwingend getrennt aufzubewahren sind, um ein Aufweichen zu verhindern. Wenn Du die Komponenten zusammen in einem Topf lagerst, saugen die Udon-Nudeln die gesamte Brühe auf, quellen auf und verlieren ihre Struktur.
- Lagerung der Komponenten: Die vorbereitete Dashi-Brühe hält sich in einem verschlossenen Behälter im Kühlschrank bis zu drei Tage. Der zubereitete Aburaage-Tofu kann im eigenen Sud ebenfalls für drei bis vier Tage kaltgestellt oder problemlos eingefroren werden.
- Richtiges Aufwärmen: Bringe die Dashi-Brühe in einem Topf zum Sieden. Erwärme den Tofu kurz in seiner eigenen Sauce oder direkt in der heißen Brühe. Die Nudeln sollten frisch gekocht oder bei bereits gekochten Nudeln für wenige Sekunden in kochendem Wasser reaktiviert werden.
- Vegetarische Variante: Um das Gericht komplett vegetarisch oder vegan zuzubereiten, ersetzt Du das klassische Dashi durch ein Kombu-Dashi (nur aus Seetang hergestellt) oder durch einen Sud aus getrockneten Shiitake-Pilzen.
Haeufig gestellte Fragen
Kann ich statt Dashi auch normale Gemüsebrühe verwenden?
Eine klassische westliche Gemüsebrühe ist kein gleichwertiger Ersatz, da ihr das typische rauchige Umami-Aroma von Kombu-Algen und Bonitoflocken fehlt. Wenn Du eine pflanzliche Variante bevorzugst, solltest Du ein reines Kombu-Dashi zubereiten oder getrocknete Shiitake-Pilze als Basis nutzen, um die nötige Geschmackstiefe zu erreichen. Westliche Gemüsebrühen verfälschen das traditionelle Geschmacksprofil der japanischen Suppe zu stark.
Wo kaufe ich Aburaage und wie lagere ich Reste?
Frittierte Tofutaschen (Aburaage) findest Du im Tiefkühlregal gut sortierter asiatischer Supermärkte. Ungeöffnete Packungen lagern im Gefrierschrank, während aufgetaute, aber noch nicht gekochte Taschen innerhalb von zwei Tagen verbraucht werden sollten. Bereits in Würzsauce eingekochte Tofutaschen lassen sich in einem Gefrierbeutel mitsamt dem restlichen Sud für mehrere Wochen einfrieren.
Was ist der Unterschied zwischen Udon-Nudeln und Ramen-Nudeln?
Udon-Nudeln bestehen ausschließlich aus Weizenmehl, Wasser und Salz, was ihnen ihre dicke, weiße Form und das weiche, elastische Mundgefühl verleiht. Ramen-Nudeln hingegen enthalten Kansui (alkalisches Wasser), das ihnen ihre charakteristische gelbe Farbe, wellige Form und eine festere, federnde Textur verleiht. Zudem werden Udon-Nudeln traditionell in klareren Brühen serviert als die oft schweren, fettreichen Ramen-Suppen.
Kann man Kitsune Udon im Sommer auch kalt essen?
Ja, in Japan ist die Variante als kaltes Gericht unter dem Namen Hiyashi Kitsune Udon besonders im Sommer sehr beliebt. Dafür werden die gekochten Udon-Nudeln in Eiswasser abgeschreckt, gründlich abgetropft und mit einer konzentrierten, kalten Dashi-Sauce (Tsuyu) übergossen. Der süße Aburaage-Tofu und die Frühlingszwiebeln werden dann kalt als Topping darauf angerichtet.
Fazit
Kitsune Udon zeigt eindrucksvoll, wie mit einfachen, aber durchdachten Handgriffen ein tiefes Geschmackserlebnis gelingt. Das Geheimnis liegt im harmonischen Wechselspiel zwischen der meersalzigen, dezent rauchigen Dashi-Brühe und den süßlichen, prallen Tofutaschen. Durch die Beachtung grundlegender Küchentechniken – wie dem präzisen Abbrühen des Tofus und dem getrennten Garen der Udon-Nudeln – lässt sich dieses japanische Komfortgericht originalgetreu in der eigenen Küche umsetzen.
Ob als schnelles Abendessen an kalten Tagen oder in der erfrischenden kalten Variante im Sommer: Die Kombination aus weichen Weizenudeln und saftigem Tofu bleibt ein zeitloser Klassiker, der sich flexibel an persönliche Vorlieben anpassen lässt und ohne großen Aufwand für wohlige Zufriedenheit sorgt.




