Rezept: Japanische Tempura Udon Suppe mit knusprigen Garnelen

Mario Wormuth
Erstellt von: Mario Wormuth
13 Minuten Lesezeit

Kurz & knapp

Eine traditionelle Tempura Udon Suppe verbindet dicke, weich-elastische Weizennudeln in einer klaren, salzig-süßen Dashi-Brühe mit knusprig frittierten Garnelen. Der Reiz dieses Gerichts liegt im präzisen Zusammenspiel von heißen, flüssigen und luftig-knusprigen Texturen.

In der japanischen Esskultur nimmt die Udon-Suppe einen festen Platz als nährendes Alltagsgericht ein. Die dicken Weizennudeln, bekannt für ihre charakteristische, elastische Struktur (genannt Mochi-Mochi), harmonieren hervorragend mit der klaren Dashi-Brühe. Wenn diese klassische Basis auf frisch frittierte, heiße Tempura-Garnelen trifft, entsteht ein kontrastreiches Gericht. Damit die feinen Texturen beim Servieren nicht verloren gehen, müssen bei der Zubereitung physikalische Gesetzmäßigkeiten beim Frittieren und der Temperaturführung beachtet werden.

Das Wichtigste auf einen Blick

  • Schwierigkeit: Fortgeschritten (präzise Temperaturkontrolle erforderlich)
  • Ideal für: Liebhaber der japanischen Küche, die authentische Texturen schätzen
  • Besonderheit: Kontrast zwischen elastischen Nudeln und einer luftigen Tempura-Kruste
  • Schlüssel-Tipp: Den Tempura-Teig erst unmittelbar vor dem Frittieren eiskalt anmischen und nicht glattrühren

Japanische Tempura Udon Suppe mit knusprigen Garnelen

Eine traditionelle japanische Nudelsuppe mit dicken, weichen Udon-Nudeln in einer würzigen, klaren Dashi-Brühe, serviert mit frisch frittierten, knusprigen Tempura-Garnelen und feinen Frühlingszwiebeln.
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Vorbereitungszeit 20 Minuten
Zubereitungszeit 20 Minuten
Gesamtzeit 40 Minuten
Portionen 4 Portionen

Kochutensilien

  • 1 Großer Kochtopf* Für die Zubereitung der Dashi-Brühe und das Erwärmen der Udon-Nudeln
  • 1 Tiefer Topf oder Fritteuse Zum sicheren Frittieren der Tempura-Garnelen
  • 1 Küchenthermometer Zur exakten Messung der Öltemperatur
  • 1 Schneebesen* Zum schnellen, lockeren Anrühren des Tempura-Teigs
  • 1 Schaumlöffel Zum einfachen Herausheben der fertigen Tempura-Garnelen

Zutaten
  

Für die Udon-Suppe

  • 800 g vorgegarte Udon-Nudeln aus dem Vakuum-Pack, alternativ getrocknete Udon
  • 1.2 l Dashi-Brühe selbstgemacht oder aus Dashi-Granulat zubereitet
  • 4 EL Helle Sojasauce Usukuchi für eine helle Brühe
  • 3 EL Mirin süßer japanischer Reiswein
  • 1 Prise Salz nach Bedarf zum Abschmecken

Für das Garnelen-Tempura

  • 8 Stück große Black Tiger Garnelen geschält, entdarmt, Schwanzsegment intakt gelassen
  • 100 g Tempura-Mehl alternativ Weizenmehl Typ 405 gemischt mit 1 EL Speisestärke
  • 120 ml Eiswasser wichtig: extrem kalt halten
  • 500 ml neutrales Pflanzenöl zum Beispiel Raps- oder Erdnussöl zum Frittieren

Für die Garnitur

  • 2 Stängel Frühlingszwiebeln in sehr feine Ringe geschnitten
  • 1 EL Shichimi Togarashi japanische Sieben-Gewürz-Mischung für eine milde Schärfe

Anleitungen
 

  • Garnelen vorbereiten: Die Garnelen trocken tupfen. Auf der Bauchseite der Garnelen im Abstand von etwa 1 cm vorsichtig 3 bis 4 quer verlaufende, leichte Schnitte setzen (nicht durchschneiden!). Die Garnele mit dem Bauch nach unten auf eine Arbeitsfläche legen und mit leichtem Druck mit den Fingern flach drücken, bis sie sich streckt und gerade bleibt. Dies verhindert, dass sich die Garnelen beim Frittieren zusammenrollen.
  • Suppenbrühe ansetzen: Die Dashi-Brühe in einem großen Kochtopf zum Kochen bringen. Helle Sojasauce und Mirin einrühren. Die Hitze reduzieren und die Brühe bei milder Hitze warm halten. Bei Bedarf mit einer kleinen Prise Salz abschmecken.
  • Frittieröl erhitzen: Das Pflanzenöl in einen tiefen Topf füllen und mithilfe des Küchenthermometers auf eine konstante Temperatur von 175 °C bis 180 °C erhitzen.
  • Tempura-Teig zubereiten: Erst direkt vor dem Frittieren das eiskalte Wasser mit dem Tempura-Mehl in einer Schüssel kurz mit dem Schneebesen verrühren. Wichtig: Der Teig sollte nicht glattgerührt werden. Ein paar kleine Mehlklumpen sind erwünscht, um die charakteristische, luftige Kruste zu erzeugen.
  • Garnelen frittieren: Die gestreckten Garnelen zuerst leicht in trockenem Mehl wenden, dann am Schwanzende festhalten und zügig durch den kalten Tempura-Teig ziehen. Sofort vorsichtig in das heiße Öl gleiten lassen. Die Garnelen etwa 2 bis 3 Minuten goldgelb und knusprig ausbacken. Mit dem Schaumlöffel herausheben und kurz auf Küchenpapier abtropfen lassen.
  • Nudeln erwärmen: Die vorgegärten Udon-Nudeln direkt in die heiße Dashi-Brühe geben und etwa 2 Minuten darin erwärmen, bis sie sich leicht voneinander lösen.
  • Anrichten: Die heißen Udon-Nudeln gleichmäßig auf vier tiefe Schalen verteilen und mit der aromatischen Brühe übergießen. Jeweils zwei knusprige Tempura-Garnelen auf die Nudeln legen, sodass sie teilweise aus der Brühe ragen. Mit feinen Frühlingszwiebelringen garnieren und nach Geschmack mit Shichimi Togarashi bestreuen. Sofort servieren.

Notizen

Tipps für das Tempura-Gelingen:
• Achten Sie darauf, dass das Wasser für den Teig wirklich eiskalt ist. Der Temperaturunterschied zum heißen Öl sorgt dafür, dass die Panade besonders schnell aufgeht und extrem knusprig wird.
• Wer mag, kann während des Frittierens mit den Fingern vorsichtig ein paar extra Teigtropfen auf die Garnelen spritzen (japanisch: Hana fuki), um eine noch strukturiertere Kruste zu erzeugen.
• Servieren Sie die Garnelen schnell, damit sie durch den Dampf der Suppe nicht aufweichen.
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Warum bleibt das Tempura in der heißen Udon-Brühe knusprig?

Die Struktur einer Tempura-Kruste bleibt trotz des Kontakts mit Wasserdampf stabil, wenn der Teig extrem luftig ausgebacken wird und das Tempura beim Anrichten nur teilweise die Brühe berührt. Beim Frittieren verdampft das im eiskalten Teig enthaltene Wasser explosionsartig, sobald es auf das heiße Erdnuss- oder Rapsöl trifft. Dadurch entstehen unzählige winzige Hohlräume in der Kruste, die wie ein Puffer wirken. Legst Du die Garnelen so in die Schalen, dass sie auf den Udon-Nudeln ruhen und nur zum Teil in die Suppe einsinken, bleibt die Oberseite extrem knusprig, während die Unterseite die würzige Brühe wie ein Schwamm aufsaugt.

Welche Zutaten entscheiden über den Geschmack der Tempura Udon Suppe?

Für eine authentische Brühe sind die Qualität der Dashi-Basis sowie der Einsatz von heller Sojasauce entscheidend, da sie die charakteristische Farbe und Geschmackstiefe bestimmen. Eine klassische Dashi liefert die nötige Umami-Basis durch natürliche Glutamate aus Kombu-Alge und Katsuobushi (Bonitoflocken). Die Wahl der richtigen Sojasauce verhindert zudem eine optische Trübung der Suppe.

Sojasaucen im Vergleich für Udon-Brühe

Merkmal Usukuchi (Helle Sojasauce) Koikuchi (Dunkle Sojasauce)
Farbe der Brühe Klassisch goldgelb, elegant und klar Tiefbraun, dunkel und opak
Salzgehalt Höher (bringt das Dashi-Aroma hervor) Niedriger, dafür malzig-süßer im Geschmack
Anwendungseignung Ideal für Kansai-Stil Udon (Südjapan) Eher für Kanto-Stil (Tokio-Region)

Wie gelingen gerade Tempura-Garnelen ohne Verformen?

Das gezielte Einschneiden der Unterseite und das sanfte Überdehnen der Sehnen verhindern, dass sich das Muskeleiweiß der Garnelen beim Frittieren zusammenzieht und krümmt. Wenn eine Garnele Hitze ausgesetzt wird, gart das Protein ungleichmäßig, was zu der typischen C-Form führt. Durch die kleinen Quer-Einschnitte im Abstand von etwa 1 cm und das anschließende flache Andrücken auf der Arbeitsfläche hörst Du ein leichtes Knacken – dies ist das Zeichen, dass die Sehnen im Bindegewebe gedehnt wurden. Dadurch bleibt die Garnele beim Backen im heißen Öl stabil in der gestreckten Form.

Profi-Tipp für den Tempura-Teig

Rühre den Tempura-Teig niemals glatt. Verwende Stäbchen statt eines Schneebesens und rühre das Weizenmehl und das Eiswasser nur wenige Sekunden grob um. Sichtbare Mehlklumpen verhindern, dass sich zu viel Gluten (Kleberseiweiß) bildet. Zu viel Gluten macht den Teig zäh und brotig statt luftig-splittrig.

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Wie lässt sich Tempura Udon variieren und aufbewahren?

Um die spezifischen Texturen nicht zu zerstören, müssen die feuchten Nudeln, die salzige Brühe und das knusprige Tempura strikt getrennt voneinander gelagert werden. Wenn Du gekochte Udon-Nudeln in der Brühe stehen lässt, quellen sie stark auf und verlieren jeglichen Biss, während das Tempura vollständig aufweicht.

  • Aufzucht & Lagerung: Die Dashi-Brühe kannst Du in einem luftdichten Gefäß für bis zu drei Tage im Kühlschrank aufbewahren. Die Weizennudeln sollten separat gelagert und kurz vor dem Servieren direkt in der heißen Brühe erhitzt werden.
  • Tempura aufwärmen: Bereits frittiertes Tempura verliert im Kühlschrank seine Knusprigkeit. Du kannst es im Ofen bei etwa 200 °C Umluft für wenige Minuten wieder kross backen, eine Mikrowelle ist hierfür ungeeignet.
  • Vegetarische Alternativen: Statt Garnelen eignen sich dünne Scheiben von Süßkartoffeln, Shiitake-Pilze, Lotuswurzeln oder Kürbis hervorragend für die Zubereitung im Tempura-Teig.

Häufig gestellte Fragen

Warum müssen die Zutaten für den Tempura-Teig eiskalt sein?

Das eiskalte Wasser verzögert die Aktivierung des Glutens im Weizenmehl, wodurch der Teig beim Frittieren nicht zäh, sondern extrem leicht und knusprig wird. Zudem sorgt der hohe Temperaturunterschied zwischen dem eiskalten Teig und dem heißen Pflanzenöl bei 175 °C bis 180 °C dafür, dass der Teig rasch aufbackt und weniger Fett aufsaugt.

Kann ich normalen Essig als Ersatz für Mirin nutzen?

Nein, normaler Haushaltsessig ist aufgrund seines hohen Säuregehalts kein geeigneter Ersatz für Mirin. Mirin ist ein süßer japanischer Reiswein, der der Dashi-Brühe eine dezente Süße und einen feinen Glanz verleiht; im Notfall kannst Du ihn durch milden hellen Sherry gemischt mit einer Prise Zucker ersetzen.

Warum brechen meine Udon-Nudeln beim Erwärmen?

Vorgegarte Udon-Nudeln aus der Vakuumverpackung sind empfindlich und sollten in der heißen Brühe nicht gewaltsam mit einer Gabel oder Essstäbchen getrennt werden. Lass die Nudeln stattdessen etwa zwei Minuten unberührt in der siedenden Brühe ziehen, bis sie sich durch die Wärme von selbst leicht und elastisch voneinander lösen.

Welches Öl eignet sich am besten zum Frittieren von Tempura?

Für Tempura wird ein hoch erhitzbares, geschmacksneutrales Pflanzenöl wie raffiniertes Rapsöl oder Erdnussöl benötigt. Vermeide kaltgepresste Öle, da diese einen zu niedrigen Rauchpunkt aufweisen und bei den benötigten Temperaturen von 175 °C bis 180 °C verbrennen würden.

Fazit

Die Zubereitung einer traditionellen japanischen Tempura Udon Suppe ist ein Zusammenspiel aus präziser Temperaturführung und handwerklichen Details. Durch das kontrollierte Dehnen der Garnelen und das bewusste Unterlassen des Glattrührens beim Tempura-Teig entsteht eine luftige Textur, die den idealen Kontrast zu den dicken Udon-Nudeln darstellt.

Achte beim Servieren stets auf die getrennte Anordnung der Komponenten bis zur letzten Sekunde, um die Knusprigkeit der Kruste optimal zu bewahren. Mit einer klaren Dashi-Brühe und hellen Sojasauce gelingt ein ausgewogenes, geschmacklich tiefes Gericht ganz ohne unnötige Komplexität.

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