Rezept: Saftige Punschkrapfen mit aromatischer Rumglasur

Mario Wormuth
Erstellt von: Mario Wormuth
14 Minuten Lesezeit

Der Punschkrapfen ist ein fester Bestandteil der österreichischen Konditorkunst. Er zeichnet sich durch seine charakteristische kubische Form, die leuchtend rosa Punschglasur und das intensive Aroma von Inländer Rum aus. Die Herstellung erfordert handwerkliche Präzision, insbesondere beim Schichten und Glasieren. Dieses Rezept liefert dir eine detaillierte Anleitung für das Backen des Biskuits, die Herstellung einer saftigen, aber schnittfesten Füllung und das korrekte Auftragen der Glasur.

Der technische Schlüssel zum Erfolg liegt in der Balance der Feuchtigkeit in der Füllmasse und dem konsequenten Pressen des Kuchens. Nur durch ausreichendes Beschweren verbinden sich die Schichten dauerhaft, sodass beim Schneiden exakte Kanten entstehen. Wir verzichten auf unnötige Füllstoffe und konzentrieren uns auf hochwertige Zutaten wie Zartbitterschokolade, fein passierte Marillenmarmelade und echten Inländer Rum für das authentische Geschmacksprofil.

Saftige Punschkrapfen mit aromatischer Rumglasur

Ein Klassiker der österreichischen Mehlspeisenküche. Diese Punschkrapfen bestehen aus lockerem Biskuit, einer saftigen Füllung aus Schokolade, Marillenmarmelade und Rum sowie der charakteristischen rosa Glasur. Ideal für die Kaffeetafel.
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Vorbereitungszeit 1 Stunde
Zubereitungszeit 20 Minuten
Gesamtzeit 3 Stunden 20 Minuten
Portionen 12 Stück

Kochutensilien

  • 1 Küchenmaschine oder Handmixer
  • 1 Backblech mit Backrahmen Alternativ eine rechteckige Auflaufform
  • 1 Sägemesser Zum Schneiden des Biskuits
  • 1 Kuchengitter Für das Glasieren

Zutaten
  

Biskuitteig

  • 6 Stück Eier (Größe M) Zimmertemperatur
  • 180 g Kristallzucker
  • 1 Pkg. Vanillezucker
  • 180 g Mehl (glatt) gesiebt
  • 1 Prise Salz

Punschfüllung

  • 250 g Marillenmarmelade fein passiert, erwärmt
  • 100 g Zartbitterschokolade geschmolzen
  • 80 ml Inländer Rum 38% Vol.
  • 50 ml Orangensaft frisch gepresst

Glasur

  • 350 g Puderzucker gesiebt
  • 4 EL Rum
  • 1 TL Lebensmittelfarbe rosa oder rot (Menge nach Bedarf)

Anleitungen
 

  • Biskuit zubereiten: Den Backofen auf 180°C Ober-/Unterhitze vorheizen. Die Eier mit Zucker, Vanillezucker und einer Prise Salz in der Küchenmaschine ca. 10 Minuten hell-cremig aufschlagen, bis sich das Volumen deutlich vergrößert hat. Das gesiebte Mehl vorsichtig unterheben. Die Masse auf ein mit Backpapier belegtes Blech streichen und ca. 15-20 Minuten goldgelb backen. Vollständig auskühlen lassen.
  • Vorbereitung für die Füllung: Den ausgekühlten Biskuitboden halbieren. Eine Hälfte wird als Boden und Deckel verwendet, die andere Hälfte wird für die Füllung benötigt. Die Hälfte für die Füllung in eine Schüssel grob zerbröseln oder in kleine Würfel schneiden.
  • Füllung mischen: Die Biskuitbrösel mit der geschmolzenen Schokolade, dem Großteil der erwärmten Marillenmarmelade (etwas zum Bestreichen aufheben), Orangensaft und dem Rum vermengen. Die Masse sollte saftig und kompakt sein. Falls sie zu trocken ist, noch etwas Orangensaft oder Rum hinzufügen.
  • Schichten und Pressen: Die verbliebene Biskuitplatte erneut waagerecht halbieren (oder, falls zu dünn, einen zweiten Biskuit backen - bei diesem Rezept gehen wir vom Halbieren der Platte aus). Einen Backrahmen um die untere Teigplatte stellen. Dünn mit Marmelade bestreichen. Die Punschfüllung gleichmäßig darauf verteilen und glattstreichen. Die zweite Teigplatte darauflegen. WICHTIG: Den Kuchen mit einem Brett beschweren und für mindestens 2-3 Stunden (am besten über Nacht) kalt stellen und pressen.
  • Schneiden: Den gekühlten Kuchen aus dem Rahmen lösen. In gleichmäßige Würfel schneiden (ca. 4x4 cm). Tipp: Messer zwischendurch säubern für glatte Kanten.
  • Glasieren: Puderzucker mit Rum und etwas heißem Wasser zu einer sehr dickflüssigen Glasur verrühren. Mit Lebensmittelfarbe den typischen Rosa-Ton mischen. Die Würfel auf ein Gitter setzen und mit der Glasur übergießen, sodass alle Seiten bedeckt sind. Trocknen lassen.

Notizen

  • Rum-Qualität: Für den authentischen österreichischen Geschmack empfiehlt sich die Verwendung von 38%igem Inländer Rum.
  • Konsistenz der Glasur: Die Punschglasur muss sehr dickflüssig sein, damit sie nicht durchsichtig wird. Testen Sie die Deckkraft an einem einzelnen Würfel.
  • Haltbarkeit: Punschkrapfen schmecken gut durchgezogen nach 1-2 Tagen oft noch aromatischer und halten sich gekühlt etwa 4-5 Tage frisch.
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Das Wichtigste auf einen Blick

  • Schwierigkeit: Mittel (Erfordert Präzision beim Schneiden und Glasieren)
  • Ideal für: Feiertage, Resteverwertung von Biskuit, Liebhaber von rumhaltigem Gebäck
  • Besonderheit: Authentisches Aroma durch Inländer Rum (38% Vol.) und dichte Textur durch Pressen
  • Schlüssel-Tipp: Das Kaltstellen unter Beschwerung (mindestens 2-3 Stunden) ist für die Stabilität unerlässlich.

Warum die Textur beim Punschkrapfen entscheidend ist

Ein korrekter Punschkrapfen darf weder trocken noch so nass sein, dass er seine Form verliert. Er lebt vom Kontrast zwischen den dünnen, stabilen Biskuitschichten oben und unten sowie der saftigen, kompakten Füllung in der Mitte. Diese Füllung ist physikalisch gesehen eine Emulsion aus Biskuitbröseln, Fett (Schokolade), Zucker (Marmelade) und Flüssigkeit (Rum/Saft).

Die Zartbitterschokolade in der Füllung dient nicht nur dem Geschmack, sondern fungiert nach dem Erkalten als Bindemittel, das die Bröselmasse stabilisiert. Der Inländer Rum wirkt als Lösungsmittel für die Aromen und konserviert durch seinen Alkoholgehalt das Gebäck, wodurch Punschkrapfen oft mehrere Tage frisch bleiben und im Geschmack sogar nachreifen.

Die Zutaten im Fokus: Qualität und Funktion

Für das Gelingen dieses Rezepts ist das Verständnis der Zutatenfunktionen essenziell. Substituieren kann hier zu instabilen Strukturen oder einem verfälschten Geschmacksprofil führen.

Inländer Rum vs. herkömmlicher Rum

Das charakteristische Aroma des österreichischen Punschkrapfens stammt vom Inländer Rum. Im Gegensatz zu klassischem Rum aus Zuckerrohrmelasse wird Inländer Rum traditionell mit einer spezifischen Aromakomposition versetzt, die starke Vanille- und Gewürznoten aufweist. Die Verwendung von einfachem weißem Rum oder Wodka führt zwar zu einem alkoholischen Kick, verfehlt aber das traditionelle Geschmacksbild komplett.

Die Funktion der Marillenmarmelade

Die Marillenmarmelade erfüllt zwei Zwecke. Erstens bringt sie Säure in die Masse, die als Gegenspieler zur massiven Süße von Zucker und Glasur notwendig ist. Zweitens dient sie als „Kleber“ zwischen dem Biskuitboden/-deckel und der Füllung. Es ist zwingend notwendig, die Marmelade fein zu passieren und zu erwärmen. Kalte Marmelade lässt sich nicht dünn genug verstreichen und kann dazu führen, dass sich der Deckel beim Schneiden ablöst.

Verwendung von Zartbitterschokolade

  • Struktur: Härtet aus und stabilisiert den Würfel.
  • Geschmack: Herbe Note balanciert die Süße der Glasur.
  • Farbe: Dunkelt die Füllung optisch ab (gewünschter Kontrast).

Verwendung von Milchschokolade

  • Struktur: Bleibt weicher, Gefahr der Instabilität.
  • Geschmack: Erhöht den Zuckergehalt unnötig.
  • Farbe: Füllung wirkt oft zu hell/blass.

Die Zubereitung gemeistert: Techniken und Geheimnisse

Die Herstellung gliedert sich in drei kritische Phasen: Das Backen des Biskuits, das Pressen der Schichten und das Glasieren.

Die Biskuit-Masse (Aufschlagen)

Da das Rezept kein chemisches Backtriebmittel (Backpulver) explizit vorsieht oder nur optional nutzt, ist das mechanische Aufschlagen der Eier entscheidend. Die Eier müssen mit dem Zucker so lange geschlagen werden (ca. 10 Minuten), bis eine stabile Schaumstruktur entsteht. Das Eiweißgerüst schließt Luftblasen ein, die sich im Ofen durch Hitze ausdehnen. Das Unterheben des Mehls muss vorsichtig geschehen, um diese Luftblasen nicht zu zerstören. Ein zusammengefallener Biskuit ist zu dicht und nimmt die Flüssigkeit der Füllung schlechter auf.

Das Mischen und Pressen der Füllung

Beim Vermengen der Biskuitwürfel mit Rum, Schokolade und Marmelade streben wir eine Konsistenz an, die an nassen Sand erinnert. Sie muss formbar sein, darf aber nicht triefen. Ist die Masse zu trocken, bröselt der Krapfen beim Anstechen mit der Gabel. Ist sie zu nass, weicht der Boden durch.

Wichtiger Hinweis: Das Pressen

Der Schritt des Pressens mit einem Beschwerungsbrett darf unter keinen Umständen ausgelassen werden. Durch den Druck über mehrere Stunden (am besten über Nacht) homogenisiert sich die Füllung und verbindet sich unlösbar mit Boden und Deckel. Ohne diesen Druck erhältst du keine sauberen Schnittkanten, und die Glasur wird uneben.

Die Technik des Glasierens

Die Punschglasur ist physikalisch eine gesättigte Zuckerlösung. Sie muss dickflüssig genug sein, um deckend zu wirken, aber fließfähig genug, um glatt zu verlaufen. Puderzucker muss zwingend gesiebt werden, um Klümpchen zu vermeiden. Die Zugabe von heißem Wasser hilft, den Zucker initial zu lösen, während der Rum für den Glanz sorgt. Trage die Glasur zügig auf, da sie an der Luft schnell eine Kruste bildet (Kristallisation).

Profi-Tipp für glatte Kanten

Bevor du die Würfel glasierst, stelle sicher, dass sie gut gekühlt sind. Streiche die Schnittkanten der Würfel dünn mit etwas heißer Marillenmarmelade ein (aprikotieren). Dies bindet lose Krümel und verhindert, dass diese in die rosa Glasur gelangen und die Optik stören.

Variationen, Lagerung und Meal-Prep

Punschkrapfen sind aufgrund ihres Aufbaus hervorragend lagerfähig und eignen sich gut für die Vorbereitung in Etappen.

Mögliche Variationen

Wer auf Alkohol verzichten muss, kann den Rum durch Orangensaft mit Rumaroma oder einen kräftigen Früchtetee ersetzen. Beachte jedoch: Alkohol wirkt konservierend und feuchtigkeitsregulierend. Die alkoholfreie Variante trocknet schneller aus und ist weniger lang haltbar (max. 2-3 Tage gekühlt).

Aufbewahren, Aufwärmen und Einfrieren

Punschkrapfen sollten kühl gelagert werden, idealerweise in einer luftdichten Box im Kühlschrank. Durch den hohen Zucker- und Alkoholgehalt bleiben sie bis zu 1 Woche frisch. Tatsächlich schmecken sie oft am zweiten oder dritten Tag besser, da sich die Aromen der Füllung (Durchziehen) optimal entfalten. Das Einfrieren fertig glasierter Punschkrapfen ist möglich, aber nicht ideal, da die Zuckerglasur beim Auftauen durch Kondenswasser leiden kann (sie wird klebrig oder fleckig). Besser ist es, den gepressten, unglasierten Kuchenblock einzufrieren.

Häufig gestellte Fragen (FAQ)

Warum wird meine Glasur durchsichtig und läuft ab?

Dies liegt meist an einer zu niedrigen Viskosität der Glasur. Du hast wahrscheinlich zu viel Flüssigkeit (Rum oder Wasser) im Verhältnis zum Puderzucker verwendet. Eine Punschglasur muss sehr zähflüssig sein. Füge mehr gesiebten Puderzucker hinzu, bis die Masse nur noch schwer vom Löffel fließt. Auch das Aprikotieren (Vorstreichen mit Marmelade) hilft der Glasur, besser zu haften.

Kann ich gekaufte Biskuitböden verwenden?

Ja, das ist technisch möglich und spart Zeit. Achte jedoch darauf, qualitativ hochwertige Böden zu kaufen, die nicht zu trocken sind. Da gekaufte Böden oft dünner sind, benötigst du eventuell drei Platten (zwei für Boden/Deckel, eine zum Zerbröseln für die Füllung). Das Ergebnis mit selbst gebackenem Biskuit ist jedoch aufgrund der Frische und der besseren Saugfähigkeit meist überlegen.

Wie schneide ich die Würfel, ohne dass sie zerdrücken?

Das A und O ist ein sehr scharfes Messer (Sägemesser oder glattes Kochmesser) und ein gut durchgekühlter, gepresster Kuchenblock. Tauche das Messer vor jedem Schnitt in heißes Wasser und wische es sauber. Schneide mit wenig Druck und eher ziehenden Bewegungen. Wenn der Kuchen nicht lange genug gepresst wurde, fehlt ihm die interne Stabilität für saubere Schnitte.

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Wir sind leidenschaftliche Pasta-Liebhaber und teilen hier unsere besten Rezepte, Kochtechniken und Tipps rund um die italienische Küche. Mit einer Liebe zu frischen Zutaten und traditionellen Zubereitungen bringen wir euch die Vielfalt der Pastagerichte direkt auf den Teller. Unser Ziel ist es, euch zu inspirieren, die italienische Küche zu Hause auf einfache Weise nachzukochen und zu genießen. Neben unserer Leidenschaft für Pasta betreiben wir auch weitere Blogs: Auf unserem Hunde-Blog teilen wir Tipps zur Pflege, Ernährung und dem Zusammenleben mit Hunden. Unser Liebe & Esoterik Blog bietet Einblicke in Beziehungen, Astrologie und spirituelle Themen. Für alle Pferdefreunde gibt es unseren Pferde-Blog, wo wir Wissen und Erfahrungsberichte rund um Reiten, Pferdehaltung und Training veröffentlichen. Egal, ob du auf der Suche nach neuen Rezepten bist oder dich für andere Themen interessierst – bei uns findest du spannende Artikel und wertvolle Tipps. Buon Appetito!