Kurz & knapp
Pastina ist der italienische Oberbegriff für besonders kleine Nudelsorten aus Hartweizengrieß oder Eierteig, die traditionell als Suppeneinlage verwendet werden. Aufgrund ihrer geringen Größe garst man sie meist direkt in Brühen, Eintöpfen oder sämigen Saucen, wo sie durch die austretende Stärke für eine sämige Bindung sorgen.
In der italienischen Küche nehmen Teigwaren einen hohen Stellenwert ein, wobei die Vielfalt weit über bekannte Formen wie Spaghetti oder Penne hinausgeht. Eine oft übersehene, aber im Alltag tief verwurzelte Kategorie sind die Kleinstnudeln. Diese winzigen Teigwaren sind in fast jedem italienischen Haushalt zu finden und gelten dort als fester Bestandteil der familiären Alltagsküche. Sie dienen als nahrhafte Einlage und bilden die Grundlage für einfache, wärmende Gerichte.
Die Verwendung dieser kleinen Nudelsorten folgt eigenen kulinarischen Regeln. Während klassische Pasta meist in reichlich Salzwasser sprudelnd gekocht und anschließend abgegossen wird, verlangt die Zubereitung von Kleinstnudeln eine andere Herangehensweise. Durch das direkte Garen in der Flüssigkeit bleibt die enthaltene Weizenstärke im Gericht erhalten, was die Textur der Speisen maßgeblich beeinflusst. Um die Vielseitigkeit dieser Nudelkategorie optimal zu nutzen, lohnt sich ein genauerer Blick auf die verschiedenen Sorten und deren physikalische Eigenschaften beim Kochen.
Das Wichtigste auf einen Blick
- Definition: Der Begriff bezeichnet alle Kleinstnudeln unter einer bestimmten Größe, die primär für Suppen und flüssige Gerichte bestimmt sind.
- Zubereitung: Man gart sie in der Regel direkt in der Trägerflüssigkeit, um die Bindekraft der Stärke für das Gericht zu nutzen.
- Vielfalt: Bekannte Vertreter sind unter anderem Risoni (reiskornförmig), Stelline (sternchenförmig) und Anellini (ringförmig).
- Verwendungszweck: Sie eignen sich hervorragend für klassische Brühen, dicke Gemüseeintöpfe, leichte Kinderteller und sämige Breigerichte.
Was versteht man unter dem Begriff Pastina?
Der Begriff Pastina bezeichnet im Italienischen wörtlich übersetzt „kleine Nudel“ oder „Nüdelchen“ und klassifiziert eine ganze Gruppe von Teigwaren, die sich durch ihre minimale Größe auszeichnen. In der italienischen Warenkunde fallen alle Nudelsorten unter diesen Sammelbegriff, deren Abmessungen meist nur wenige Millimeter betragen. Sie werden traditionell aus Hartweizengrieß und Wasser hergestellt, seltener auch unter der Zugabe von Ei, um eine weichere Textur zu erzielen.
Historisch gesehen und auch in der modernen Ernährungspraxis sind diese Kleinstnudeln eng mit der Definition von Schonkost und der Ernährung von Kleinkindern verknüpft. Das Gericht „Pastina in Brodo“ (kleine Nudeln in Brühe) gilt in Italien als das klassische Heilmittel bei Erkältungen oder Magenbeschwerden, vergleichbar mit der Hühnersuppe im deutschsprachigen Raum. Durch die Kombination aus leicht verdaulichen Kohlenhydraten und kräftiger Flüssigkeit spendet das Gericht schnell Energie, ohne den Verdauungstrakt zu belasten.
Darüber hinaus zeichnen sich die winzigen Teigwaren durch eine extrem kurze Garzeit aus. Da das Wasser und die Hitze aufgrund des geringen Volumens der einzelnen Nudelkörper schnell in den Kern eindringen können, sind viele Sorten bereits nach wenigen Minuten verzehrbereit. Dies macht sie zu einer effizienten Zutat in der schnellen Alltagsküche, bei der die Nudeln direkt in der Suppe zubereitet werden, ohne dass ein separater Topf schmutzig gemacht werden muss.
Welche verschiedenen Sorten von Pastina gibt es?
Die Vielfalt an Formen im Bereich der Kleinstnudeln ist groß, da jede Form spezifische Fließeigenschaften in Suppen aufweist und Mundgefühl sowie Textur des Gerichts beeinflusst. Zu den bekanntesten und am weitesten verbreiteten Sorten gehören geometrische Formen, Miniatur-Abbilder großer Nudeln sowie Nachbildungen von Samen und Körnern. Jede dieser Formen erfüllt in der Küche einen leicht unterschiedlichen Zweck.
Beliebte Sorten von Kleinstnudeln im Überblick
| Nudelsorte | Formbeschreibung | Typische Verwendung |
|---|---|---|
| Risoni / Orzo | Großen Reiskörnern nachempfunden | Suppen, Salate, risottoähnliche Pfannengerichte |
| Stelline | Kleine Sternchen mit einem Loch in der Mitte | Klassische klare Fleisch- oder Gemüsebrühen |
| Anellini | Winzige, dünne Ringe | Tomatensuppen, sämige Eintöpfe, Aufläufe wie Anelletti al forno |
| Ditalini | Sehr kurze, kleine Hohlzylinder (Mini-Tuben) | Minestrone, dicke Bohneneintöpfe (Pasta e fagioli) |
| Fellini / Filini | Sehr dünne, kurze Fadenstücke | Geflügelbrühen, feine Gemüsesuppen |
Neben den in der Tabelle genannten Klassikern existieren zahlreiche regionale Sonderformen. Dazu gehören beispielsweise Quadretti (winzige Teigquadrate, die oft aus den Resten der frischen Pasta-Herstellung geschnitten werden) oder Tempestine (winzige Teigkügelchen, die im Mund ein feines, weiches Gefühl hinterlassen). Die Wahl der Sorte hängt meist von der Viskosität der Suppe ab: Je dicker die Suppe, desto robuster und größer darf die gewählte Kleinstnudel sein.
Wofür verwendet man Pastina in der Küche?
Das primäre Einsatzgebiet für Pastina sind flüssige und halbflüssige Gerichte, bei denen die Nudeln als sättigendes Element dienen, ohne die Suppe zu dominieren. In klaren Fleisch-, Geflügel- oder Gemüsebrühen sorgen sie für Substanz und nehmen während des Garens das Aroma der Brühe tief in sich auf. Im Gegensatz zu großen Nudelsorten lassen sie sich zusammen mit der Flüssigkeit problemlos auf einem Suppenlöffel aufnehmen.
Ein weiteres wichtiges Anwendungsgebiet sind dicke Eintöpfe wie die klassische italienische Minestrone oder Hülsenfruchtgerichte wie Pasta e fagioli (Nudeln mit Bohnen) und Pasta e ceci (Nudeln mit Kichererbsen). Hierbei fungieren Sorten wie Ditalini nicht nur als Einlage, sondern auch als Bindemittel. Da diese Nudeln direkt in der Gemüsemischung gegart werden, dickt die austretende Stärke die Flüssigkeit auf natürliche Weise an, sodass ein sämiger, wärmender Eintopf entsteht.
In den letzten Jahren haben sich vor allem die reiskornförmigen Risoni (auch als Orzo bekannt) ein neues kulinarisches Feld erschlossen. Sie werden vermehrt für die Zubereitung von „Orzotto“ genutzt – einer Variante des klassischen Risottos. Dabei werden die Nudeln genau wie Reis unter schrittweiser Zugabe von heißer Brühe in einer Pfanne cremig gekocht. Auch in kalten Nudelsalaten finden die reiskornartigen Nudeln aufgrund ihrer angenehmen Textur immer häufiger Verwendung.
Gut zu wissen
Da die winzigen Nudeln eine sehr große Oberfläche im Verhältnis zu ihrem Volumen aufweisen, nehmen sie im Vergleich zu dicken Nudelsorten wie Rigatoni prozentual deutlich mehr Flüssigkeit auf. Bleiben gekochte Kleinstnudeln längere Zeit in der Suppe stehen, saugen sie diese fast vollständig auf und quellen stark nach. Daher sollte man sie idealerweise erst kurz vor dem Servieren hinzugeben.
Wie kocht man Pastina richtig?
Um Pastina richtig zu kochen, gart man sie am besten direkt in der Suppe oder Brühe, anstatt sie separat in Wasser abzukochen. Dadurch wird verhindert, dass wertvolle Geschmacksstoffe weggeschwemmt werden, und die austretende Stärke kann die Flüssigkeit optimal binden. Das Verhältnis von Flüssigkeit zu Nudeln sollte großzügig bemessen sein, da die Nudeln beim Quellen viel Flüssigkeit aufnehmen und das Gericht sonst zu trocken wird.
Bei der Zubereitung geht man wie folgt vor: Die Brühe oder der Eintopf wird zum Kochen gebracht. Anschließend gibt man die Nudeln unter ständigem Rühren direkt in die kochende Flüssigkeit. Das kontinuierliche Rühren in den ersten zwei Minuten ist entscheidend, da die winzigen Teigwaren aufgrund ihres geringen Gewichts schnell zu Boden sinken und dort am Topfboden anhaften können. Die Hitze wird anschließend so weit reduziert, dass die Flüssigkeit nur noch leicht köchelt.
Die Garzeit variiert je nach Sorte stark und liegt meist zwischen 5 und 9 Minuten. Es ist empfehlenswert, bereits eine Minute vor dem Ende der auf der Packung angegebenen Zeit die Konsistenz zu prüfen. Da die Nudeln in der heißen Suppe auch nach dem Ausschalten der Herdplatte noch nachgaren, sollten sie beim Servieren noch einen leichten, bissfesten Kern (al dente) aufweisen.
Profi-Tipp für perfekte Konsistenz
Wenn eine Suppe auf Vorrat gekocht oder am nächsten Tag wieder aufgewärmt werden soll, sollten die Nudeln unbedingt separat in Salzwasser gekocht, kalt abgeschreckt und erst beim Servieren portionsweise in den heißen Suppenteller gegeben werden. So wird verhindert, dass die Nudeln die gesamte Suppe aufsaugen und zu einer klebrigen Masse zerkochen.
Welche typischen Fehler sollte man bei der Zubereitung vermeiden?
Ein häufiger Fehler bei der Verwendung von Kleinstnudeln ist das Ignorieren des Nachgas-Effekts. Aufgrund ihrer geringen Masse reagieren diese Nudeln extrem empfindlich auf Resthitze. Wer die Nudeln bis zur vollständigen Weichheit kocht und den Topf dann auf der heißen Herdplatte stehen lässt, erhält innerhalb kurzer Zeit einen Brei. Die Nudeln müssen mit spürbarem Biss von der Hitze genommen werden.
Ein weiterer Fehler ist das Garen in einer zu geringen Menge Flüssigkeit ohne Anpassung. Da Pastina erhebliche Mengen an Wasser binden, kann aus einer flüssigen Gemüsesuppe im Handumdrehen ein fester Eintopf werden. Als Faustregel gilt: Wenn die Nudeln direkt in der Suppe garen, sollte für jede Handvoll Nudeln etwa eine halbe Tasse zusätzliche Brühe eingeplant werden.
Schließlich neigen viele Köche dazu, die Nudeln nach dem Zufügen in die Suppe nicht ausreichend zu bewegen. Da die kleinen Partikel schnell aneinanderhaften, bilden sich ohne Rühren klumpige Nudelnester, die im Inneren roh bleiben. Ein gründliches Durchmischen direkt nach dem Einstreuen und regelmäßiges Umrühren während der Kochzeit verhindert dieses Zusammenkleben zuverlässig.
Achtung beim Aufwärmen
Gerichte, in denen Pastina direkt mitgegart wurden, dicken beim Abkühlen im Kühlschrank stark nach. Beim erneuten Erwärmen muss zwingend wieder etwas Wasser oder Brühe hinzugefügt und das Gericht unter Rühren langsam erhitzt werden, damit die Nudeln nicht am Topfboden anbrennen.
Passende Rezepte zum Ausprobieren

Aromatisches Ofengemüse mit Ahornsirup und gerösteten Walnüssen
Kochutensilien
- 1 Großes Küchenmesser
- 1 Sparschäler
- 1 Große Rührschüssel
Zutaten
Gemüsebasis
- 400 g Karotten geschält und grob gestiftet
- 400 g Pastinaken geschält und grob gestiftet
- 300 g Rosenkohl geputzt und halbiert
- 2 Stück rote Zwiebeln in Spalten geschnitten
Marinade & Topping
- 50 ml Olivenöl hochwertig
- 3 EL Ahornsirup Grad A oder C
- 2 Zweige frischer Rosmarin Nadeln gehackt
- 1 TL Meersalz grob
- 0.5 TL schwarzer Pfeffer frisch gemahlen
- 60 g Walnusskerne grob gehackt
Anleitungen
- Heizen Sie den Backofen auf 200 °C Ober-/Unterhitze (oder 180 °C Umluft) vor. Ein Backblech mit Backpapier auslegen.
- Die Karotten und Pastinaken schälen. Beide Gemüsesorten der Länge nach halbieren oder vierteln, sodass etwa gleich große Stifte entstehen (ca. 5-6 cm lang). Den Rosenkohl waschen, die äußeren Blätter entfernen und halbieren. Die roten Zwiebeln schälen und in grobe Spalten schneiden.
- In einer großen Schüssel das Olivenöl mit dem Ahornsirup, dem gehackten Rosmarin, Meersalz und Pfeffer verquirlen. Das vorbereitete Gemüse (ohne die Walnüsse) hineingeben und gut vermengen, bis alles gleichmäßig mit der Marinade bedeckt ist.
- Das Gemüse gleichmäßig auf dem vorbereiteten Backblech verteilen. Achten Sie darauf, dass die Stücke nicht zu sehr übereinander liegen, damit sie rösten und nicht dünsten.
- Das Blech in den Ofen schieben und für ca. 30 bis 35 Minuten garen. Nach der Hälfte der Zeit das Gemüse einmal vorsichtig wenden.
- Etwa 5 Minuten vor Ende der Garzeit die grob gehackten Walnusskerne über das Gemüse streuen und fertig rösten, bis das Gemüse weich und an den Rändern leicht gebräunt ist.
- Das Ofengemüse aus dem Ofen nehmen, nach Belieben nochmals mit etwas frischem Rosmarin bestreuen und sofort heiß servieren.
Notizen
Tipps für das Rezept
- Variation: Sie können das Gemüse je nach Saison anpassen. Süßkartoffelwürfel oder Kürbisspalten passen ebenfalls hervorragend zu dieser Marinade.
- Für Käseliebhaber: Zerbröseln Sie kurz vor dem Servieren etwa 100g Feta über das heiße Gemüse für eine cremig-salzige Komponente.
- Vorbereitung: Das Gemüse kann bereits einige Stunden vorher geschält und geschnitten werden. Bewahren Sie es in einem luftdichten Behälter im Kühlschrank auf und marinieren Sie es erst kurz vor dem Backen.
Häufig gestellte Fragen
Was ist der Unterschied zwischen Pastina und Orzo?
Pastina ist der allumfassende Oberbegriff für alle sehr kleinen Nudelsorten, während Orzo (in Deutschland oft Risoni genannt) eine spezifische, reiskornförmige Unterart dieser Kategorie darstellt. Jeder Orzo gehört somit zur Familie der Pastina, aber nicht jede Pastina ist ein Orzo. Orzo ist meist etwas größer als andere Kleinstnudeln wie beispielsweise Stelline.
Kann man Pastina durch normalen Reis ersetzen?
In Suppen und Eintöpfen kann Pastina theoretisch durch Reis ersetzt werden, allerdings verändern sich dadurch sowohl die Garzeit als auch die Konsistenz des Gerichts erheblich. Reis benötigt beim Kochen meist deutlich länger und gibt eine andere Art von Stärke ab als Nudeln aus Hartweizengrieß. Für eine vergleichbare Textur und schnelle Zubereitung eignen sich andere Kleinstnudeln als Ersatz besser.
Sind Pastina gut für Babynahrung geeignet?
Kleinstnudeln eignen sich hervorragend für den Übergang zu fester Nahrung bei Kleinkindern, da sie aufgrund ihrer minimalen Größe kaum gekaut werden müssen und leicht zu schlucken sind. In Italien werden sie traditionell ab einem bestimmten Alter in milder Gemüsebrühe mit etwas Olivenöl und geriebenem Parmesan als erste feste Mahlzeit gereicht. Es sollte jedoch stets auf die individuelle Verträglichkeit von Gluten geachtet werden.
Wo kann man Pastina kaufen?
Gut sortierte Supermärkte führen Kleinstnudeln wie Risoni oder Stelline meist in der normalen Nudel-Abteilung oder im Bereich für Suppenzutaten. Eine deutlich größere Auswahl an traditionellen italienischen Formen findet man in italienischen Feinkostläden oder in Fachgeschäften für mediterrane Lebensmittel. Dort sind sie oft unter ihren spezifischen Namen wie Ditalini oder Anellini ausgeschildert.
Fazit
Pastina sind weit mehr als eine einfache Suppeneinlage. Als vielseitige Kategorie von Kleinstnudeln bereichern sie die Küche durch ihre schnelle Garzeit, ihre hervorragenden Bindeeigenschaften und ihre Fähigkeit, Aromen von Brühen und Saucen intensiv aufzunehmen. Von der schnellen, wärmenden Abendbrühe bis hin zum cremigen Nudel-Risotto bieten die winzigen Teigwaren zahlreiche kulinarische Einsatzmöglichkeiten.
Bei der Zubereitung kommt es vor allem auf das richtige Timing und die passende Flüssigkeitsmenge an. Wer die Nudeln direkt in der Suppe gart, regelmäßig umrührt und sie mit leichtem Biss vom Herd nimmt, erzielt mühelos eine harmonische Konsistenz. Die Beschäftigung mit den verschiedenen Formen wie Risoni, Stelline oder Ditalini lohnt sich, um Suppen und Eintöpfen eine feine, strukturierte Textur zu verleihen.




